Pferdenachwuchs bekommt Chip und lässt Haare / Vereinstour führt durch drei Bundesländer

Fohlen erhalten das Brandzeichen

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Pferdezüchter Matthias Vorreier mit Tochter Lisa Sophie, der Stute Editha und ihrem Hengstfohlen von Likoto.

Bömenzien / Aulosen. Etwas ganz Besonderes tut sich alljährlich im Pferdezuchtverein Gartow. Geschäftsführer Matthias Vorreier aus Aulosen lud die Mitglieder und Freunde des Hannoverschen Pferdes zu einer Fohlenbrennreise ein, die durch drei Bundesländer ging.

Los fuhr man im Konvoi in Niedersachsen und weiter durch die Altmark, nach Brandenburg und wieder zurück. Es ist ein kleiner Verein, dessen Mitglieder hauptsächlich in der Altmark zu Hause sind.

17 Fohlen standen für die Tour auf der Liste des Gestütsoberwärter Eckhard Wrede. Das für die Fohlen schmerzfreie Brennen erfolgt so schnell, dass es vom Tier kaum wahrgenommen wird. Der Gestüter hat darin Routine. Meistens wird es im Stall gemacht, wo sich Stute und Fohlen wohlfühlen. Unangenehm ist nur der Geruch von versengtem Fell. Doch der verfliegt schnell wieder.

In Bömenzien wurden auf dem Hof von Bernd Fabian zwei Fohlen gebrannt und deren Aussehen genauestens registriert. Jede Färbung des Felles wird in einer Zeichnung festgehalten. Zusätzlich erhalten die Fohlen noch einen Chip unter die Haut. Damit sind sie zweifelsfrei zu identifizieren. Auch eine Haarprobe wird von der Mähne genommen, um eine DNA-Analyse zu machen.

Von Bömenzien ging es anschließend weiter nach Aulosen, wo auf dem Hof Vorreier gleich drei Fohlen diese Prozedur erlebten. Die zahlreichen Zuschauer von Pferdezüchtern und Freunden wurden hier mit Kuchen und Kaffee bewirtet. Es ist für Pferdezüchter immer interessant, die Fohlen der anderen anzusehen. Das Fachsimpeln geht ohne Ende. In Aulosen wurde besonders ein Hengstfohlen des Vollblüters „Likoto xx“ aus der Staatsprämienstute Editha bewundert. Die Stutenfamilie der Editha war Anfang des Jahres besonders ausgezeichnet worden.

Von Aulosen ging es dann weiter zum Hof von Dr. Lehnert in Müggendorf bei Wittenberge. Der für seine Springpferde bekannte Züchter lies an diesem Tag zwei Fohlen brennen.

Zurück in Niedersachsen wurde der Nachmittag in Meetschow beim 1. Vorsitzenden des Vereins, Heinrich Meyer, mit einem zünftigen Grillabend beendet.

Von Nora Driesch

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