Aktion für Gemeinschaftsschüler bei Woche der Reanimation

Bei der Ersten Hilfe zählt jede Minute

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Circa 100-mal pro Minute sollte der Brustkorb kräftig gedrückt werden. Das akustische Signal zeigte an der Puppe an, ob der ausgeübte Druck ausreichend war.

Seehausen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums erleiden in Deutschland circa 50 000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand und dies außerhalb eines Krankenhauses. Nur zehn Prozent der Betroffenen überleben.

Der Grund liegt unter anderem auch darin, dass sich viel zu viel Menschen nicht trauen, tatsächlich einzugreifen. Darüber sind sich die Fachleute einig. Eine schnell einsetzende Reanimation kann die Überlebenschancen verdreifachen.

Um dieses Problem in den Fokus der Allgemeinheit zu rücken, gibt es die Woche der Reanimation (WdR). Auch das Agaplesion-Diakoniekrankenhaus in Seehausen beteiligt sich an dieser bundesweiten Aktion. Zwischen dem Krankenhaus und der Gemeinschaftsschule gibt es schon seit Jahren einen Kooperationsvertrag, zu dessen Inhalt es auch gehört, die Schülerinnen und Schüler der oberen Klassen mit der Thematik der Reanimation vertraut zu machen. Dabei geht es aber nicht nur um die Vermittlung von theoretischem Wissen, sondern vorwiegend um das praktische Verhalten und die Anwendung des erworbenen Wissens im Notfall. Als sach- und fachkundigen Partner seitens des Krankenhauses begrüßte Lehrerin Birgit Runge in der Aula der Winckelmann-Gemeinschaftsschule den Krankenpfleger und Ausbilder für Reanimation, Danny Thöns. Auf der Bühne hatte dieser sehr viele Übungspuppen platziert, an denen die Neuntklässler nach entsprechender Einweisung die Reanimation üben konnten.

Vorher wurden aber die drei Worte „Prüfen, Rufen, Drücken“ inhaltlich abgearbeitet. Prüfen, ob noch ein Puls feststellbar ist, wenn ja, sofort den Rettungsdienst rufen und unverzüglich mit dem Drücken auf den Brustkorb beginnen. Zirka 100-mal kräftig pro Minute sollten es schon sein und dabei nicht aufhören, bis der Rettungsdienst da ist. „Man kann dabei nichts falsch machen. Beherztes und schnelles Eingreifen kann Leben retten“, so die Botschaft von Trainer Thöns bei den Übungsstunden. Im weiteren Verlauf des Lehrganges wurde auch die Handhabung eines Defibrilators an einer Puppe demonstriert.

Von Walter Schaffer

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