Im Zehrental rollen Lkw in die zweite Runde / Hochwasserschutzanlage bei Bömenzien kostet 2,5 Millionen Euro

Deicharbeiter legen eine Schippe drauf

Arbeiter bewegen Erde und Sand. Der Deichbau in der Zehrengrabenniederung geht in eine weitere Runde. Nach jahrelangem Hin und Her könnte 2017 vieles fertig sein.

Bömenzien. Es ist laut, es riecht nach Kraftstoff, es geht voran. Immer wieder lässt der Baggerfahrer vor den Toren Bömenziens die Schaufel ins Erdreich greifen. Etliche Meter weiter landet eher sandiges Material auf einem Lkw, der nächste wartet bereits.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) packt in der Zehrengrabenniederung noch einmal eine Schippe drauf. Vielleicht schon 2017 soll der Landstrich sicherer sein. Der Deich wächst die nächsten Monate auf mehr als 1800 Meter Länge. „Am Montag ist Bauanlaufberatung, der zweite Bauabschnitt beginnt und kostet unterm Strich circa 2,5 Millionen Euro“, weiß Harald Schmidt, der das Projekt für den LHW, Flussbereich Osterburg, federführend betreut.

Arbeiter bewegen und entnehmen mit schweren Maschinen bereits seit einigen Tagen Boden für den Deichbau. Startet dieser so richtig in die zweite Runde, haben sie zwischen der Straßenkreuzung Bömenzien / Kapern parallel zur Landesstraße 2 bis zur Kreuzung Auslosen / Stresow ordentlich zu tun. Die Hochwasserschutzanlage soll dem LHW zufolge mit 20,30 Metern (über Normalhöhennull) dieselbe Höhe haben wie die Deiche im benachbarten Niedersachsen. Auch einige Tausend Kubikmeter Ton werden für den Schutzwall verarbeitet.

Bisher waren im Katastrophenfall Hunderte Bundeswehrsoldaten und viele weitere Helfer im Einsatz, um das Hab und Gut der Einwohner zu schützen. Erinnert sei allein an das extreme Hochwasser im Juni 2013, als eilig ein Notdeich aufgeschüttet wurde. Die Notwendigkeit des Deichbaus liege im sogenannten Rückstau der Elbe in die Seegeniederung bis in den Zehrengraben, erklären Fachleute. Das Hochwasser könne ansonsten bis 28 Kilometer ab der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt einströmen. Bereits nach dem Hochwasser 2006 war mit der Planung begonnen worden. Immer wieder gab es Probleme und Verschiebungen, insbesondere deshalb, weil nicht überall die nötigen Flächen zur Verfügung standen. Im Juli 2014 begann der erste Bauabschnitt.

Herausragender Punkt im Gesamtkonzept für den nördlichen Landkreis ist das Alandüberleitungsbauwerk, das seit November für 4,8 Millionen Euro in der Gemarkung Aulosen entsteht. Das schleusenähnliche Bauwerk und die neuen Deiche sollen aber die Niederung nicht komplett vor Hochwasser abschotten. Abgeriegelt wird ab einem bestimmten Wasserstand.

Von Marco Hertzfeld

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