Verbandsgemeinde nach Jahresüberprüfung heftig in Kritik

„Das Abarbeiten ist unter aller Sau“

+
Bernd Prange (v.l.), Karsten Noffke und Philipp Bethge bei der Jahresüberprüfung des Schönberger Gerätehauses. Matthias Märten zeigte den Kontrolleuren die Technik.

Seehausen. Die Jahresüberprüfung der Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Seehausen ging am Sonnabend über die Bühne. Vier Gruppen nahmen die insgesamt über 30 Wehren sowie die Kleiderkammer in Groß Garz unter die Lupe.

Auf dem Prüfstand kamen unter anderem die Ordnung und Sauberkeit der Gerätehäuser, die Ausrüstung, die Fahrzeuge, die Löschwasserversorgung und der bauliche Zustand der Gerätehäuser.

Letzterer lässt in vielen Orten zu wünschen übrig. Wasser- beziehungsweise Nässeschäden und andere Mängel wurden von den Kontrolleuren bei der Auswertung im Seehäuser Feuerwehrdepot heftig kritisiert. Deutliche Worte fand Norman Schulze, der mit weiteren Mitstreitern in der Gemeinde Zehrental sowie in Aulosen unterwegs war. Wie er sagte, seien die Baumängel der Verbandsgemeinde Seehausen, die für die Wehren zuständig ist, schon seit Jahren bekannt. Als Beispiel führte er ein Rolltor im Gollensdorfer Gerätehaus an, das sich zwar leicht öffnen lasse, aber beim Schließen „muss man einen Tag frei nehmen“. Vor etwa zwei Monaten habe man den Defekt gemeldet, doch „das Abarbeiten seitens des Bauamtes ist unter aller Sau“, schimpft Schulze als einer der stellvertretenden Verbandsgemeindewehrleiter.

Unzufrieden mit dem angeblichen Schneckentempo der Verwaltung ist auch Lutz Mewes, der unter anderem Seehausen und die Altmärkische Wische inspizierte. So seien Scheiben in den Rolltoren des Seehäuser Gerätehauses gerissen. Der Schaden stehe schon seit Jahren nach den Überprüfungen im Protokoll, werde aber nicht beseitigt. Viel schlimmer sei es mit dem Gerätehaus in Lichterfelde bestellt. Dort drohe die aus Platten bestehende Decke einzustürzen. Der Zustand sei der Verbandsgemeinde seit mindestens drei Jahren bekannt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, damit Kameraden nicht verletzt werden. So sieht es auch Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten. Am Beispiel Lichterfelde sagte er, dass der Schaden gegenwärtig mit relativ geringem finanziellen Aufwand beseitigt werden könne. Wenn erst etwas passiere, dann werde es richtig teuer.

Von Thomas Westermann

Kommentare