Der Baum als Wertholz: Losenrader Paulownia-Exemplare bei Anlegern begehrt

China-Edelholz wächst für Schweizer in der Wische

+
Leicht und edel: Milena hat noch nicht viel Kraft, aber ein Surfbrett aus Paulownia-Holz kann das Mädchen locker halten. Auch für den Musikinstrumenten-Bau eignet sich das schnellwachsende Material.

Losenrade. In Zeiten der Niedrigzinspolitik, wo die Erträge aus den Sparguthaben der Bürger auf heimischen Geldinstituten nicht einmal die Inflationsrate kompensieren würden, sehnen sich viele Sparer nach einer risikoarmen Geldanlageform.

Der Markt der nachwachsenden Rohstoffe boomt und verspricht auch für Anleger gute Renditen. In diese Nische gehören seit dem Frühjahr auch zwei Kurzumtriebsplantagen (KUP) auf Ackerflächen des Biobauernhofs von Lutz Koch im Seehäuser Ortsteil.

Anders als in herkömmlichen KUP werden in Losenrade nicht Weiden oder Pappeln angebaut, die nach entsprechender Wachstumszeit zu Holzhackschnitzeln geschreddert werden. Unter Mitwirkung des Seehäusers Beraters Manfred Hohmeyer wurden dort auf zwei Flächen von sieben und 15,5 Hektar schnellwachsende Edelhölzer als Plantage gepflanzt. Dabei handelt es sich um Bäume mit dem Namen Paulownia aus der Familie der Blauglockenbäume. Die Heimat dieser beim Pflanzen schon zwei bis vier Meter hohen nichtinvasiven Gewächse liegt in China und Japan.

Das schnellwachsende Edelholz, welches bereits nach zehn bis 12 Jahren mit einem Stammdurchmesser von 35 bis 45 Zentimeter in Mannshöhe geschlagen wird, hat einige hervorragende Eigenschaften. Es ist extrem leicht bei einer zugleich extremen Härte. Der Flammpunkt liegt bei genau 420 Grad Celsius, Eichenholz bringt es zum Vergleich nur auf 275 Grad. Es ist resistent gegen Sturm und frostbeständig bis minus 24 Grad Celsius.

Paulownien wachsen gerad-stämmig und können wegen ihres hohen Flammpunkts in sensiblen Bereichen mit hohen Brandschutzanforderungen eingesetzt werden. Musikinstrumente, Surfbretter und hochwertige Möbel sind weitere Einsatzgebiete.

Die beiden Plantagen, auf denen zusammen zur Zeit zirka 13 000 Edelholzbäume prächtig wachsen, sind durch das in der Schweiz ansässige Unternehmen Green Wood von dem altmärkischen Biobauern gepachtet worden.

Die Plantagen wurden stabil eingezäunt und werden satellitengestützt überwacht. Vor wenigen Tagen gab es ein großes Treffen mit Vertretern des Unternehmens und vielen Baumbesitzern. An den Kennzeichen der Autos war zu sehen, dass sie aus ganz Deutschland und den Niederlanden kamen. Vom Präsidenten der Schweizer Firma, Wolfgang Göse, war bei einer Kremserfahrt durch die Plantagen zu erfahren, dass bereits alle Bäume einen neuen Besitzer haben. Die Besitzer könnten mit einer hohe Rendite bei langfristiger Sicherheit rechnen, erklärte Göse. Die Mindestabgabemenge lag bei einem Stückpreis von 301 Euro für 30 Bäume.

Manfred Hohmeyer als Ansprechpartner vor Ort verwies bei einem Rundgang darauf, dass Paulownia das am schnellsten wachsende Edelholz auf der Welt sei. Wegen der großen Blätter, durch die überdurchschnittlich viel Kohlendioxid verarbeitet werde, trägt der Baum den Namen „Lunge der Erde“. Zwischen Fachgesprächen und Besichtigungen zeigten sich die Kochs als hervorragende Gastgeber, die die über 200 Besucher mit Spezialitäten vom Biohof und mit Getränken verwöhnten. Eine Kapelle mit Musikern aus Argentinien, Großbritannien und Schottland unterhielt die Gäste passend international.

Von Walter Schaffer

Kommentare