Dr. Schaffer: Zahl des Nachwuchses dieses Jahr eher unterdurchschnittlich

Mit Aluminium auf Tour: 40 junge Störche beringt

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Gleich ist die Prozedur des Beringens geschafft. Biologin Dr. Ute Eggers hatte keine Probleme. Zwei Minuten nachdem sich die Hubbühne vom Horst entfernt hatte, kam der Altstorch zurück und beäugte neugierig seinen Nachwuchs. Ob er den Ring bemerkte, ist ungewiss.

Wahrenberg. Die Jungstörche haben inzwischen eine Größe erreicht, wo sie für wissenschaftliche Zwecke im Rahmen von ornithologischen Forschungsprojekten beringt werden können.

Auch im Norden von Sachsen-Anhalt, speziell in den Dörfern entlang der Elbe von Wahrenberg bis Werben, startete vor wenigen Tagen das altbewährte Beringungsteam, um die Jungstörche mit entsprechender Größe zu „verheiraten“. So jedenfalls nannte der staatliche Beringer Mario Firla diesen Vorgang, bei dem die Jungstörche ab diesem Jahr wieder Ringe aus Aluminium bekommen.

Diese haben sich doch besser bewährt als die Ringe, die aus Kunststoff bestanden. Neben dem Beringer, der seit 1998 in unserer Region tätig ist, gehörten zum Team auch Gerd Flechner von der unteren Naturschutzbehörde, der Storchenbeauftragte für den Altkreis Osterburg, Dr. Thoralf Schaffer sowie die Biologin Dr. Ute Eggers aus Berlin. Sie wurde von Jens Lehmann begleitet, der unter anderem die Daten von den einzelnen Horsten sowie die GPS-Daten dokumentierte. Damit die Aktion hinauf zu den Horsten sicher erfolgte, war der Fahrer des Hubfahrzeuges David Eckhardt verantwortlich.

In insgesamt neun Orten untersuchte das Team die Nester mit vorwiegend ein oder zwei Jungvögel. Ab und zu fanden sie auch noch ein nicht ausgebrütetes Ei. Horste, in denen die Jungvögel schon zu groß waren, wie zum Beispiel in Werben am Elbtor, wurden nicht besucht, denn die Gefahr, dass sich die fast flüggen Jungen aus dem Nest stürzen könnten, ist zu groß. Insgesamt wurden circa 40 Störche beringt. Die „Findelstörche“ aus dem Storchenhof in Loburg wurden bereits einige Tage vorher bei der Aktion im Gebiet von Kalbe (Milde) bei „Adoptivstörchen“ eingesetzt.

Die Storchennachwuchspopulation in diesem Jahr schätzt Dr. Schaffer als eher unterdurchschnittlich ein, obwohl es im Vergleich zu den 1980er-Jahren in diesem Jahr noch doppelt so viel Nachwuchs gegeben hat. Statistische Aussagen werden meist in Zehn-Jahresscheiben gemacht, erläuterte der Experte im Gespräch mit der AZ.

Von Walter Schaffer

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