Moskauer Oldtimerfreunde vom Verein „Retromobil“ besuchen Blaulichtmuseum in Beuster

2000 Kilometer zum großen Fest gefahren

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Blaulichtmuseumschef Ralf von Hagen und Dolmetscherin Paulina (M.) begrüßten vier Mitglieder des Moskauer Oldtimervereins „Retromobil“. Das Quartett reiste mit Wolga und Lada an und legte dabei rund 2000 Kilometer zurück.

Beuster. „Vieles kommt einen noch bekannt vor. Hier sieht man viele Dinge, die man noch selbst hat, wie zum Beispiel Einwecktopf und Kuchenform. Deshalb muss man hergehen, um an alte Zeiten erinnert zu werden."

Das sagten Besucher, die anlässlich der großen Festwoche im Beusteraner Blaulichtmuseum dem DDR-Konsum am Sonnabend einen Besuch abstatteten. Museumsleiter Ralf von Hagen und seine Mitstreiter hatten wieder allerhand auf die Beine gestellt.

Der Wittenberger Hans Beck stellte auf dem Museumsgelände seinen historischen Lanz-Bulldog vor.

So gab es beispielsweise einen historischen Löschangriff um 1900 mit pferdegezogener Handdruckspritze und mit einem handgeschobenen Leiterwagen. Nachdem das Erich-Honecker-Double in diesem Jahr erkrankt ist, musste sein Vorgänger Walter Ulbricht einspringen, den Heinz-Jürgen Hunger darstellte. In seinen Worten machte er auf die Wischeaktion aufmerksam und freute sich, dass aus einem ehemaligen LPG-Stützpunkt das Blaulichtmuseum entstanden sei.

Verwundert zeigte sich der einstige DDR-Staatslenker darüber, wie ein ehemaliger Jungpionier Bundeskanzlerin und ein Farbiger US-Präsident werden konnte. „Das wäre zu meiner Zeit nicht denkbar gewesen.“ Der Auftritt des Doubles sollte keinesfalls die Zeit der Deutschen Demokratischen Republik hochleben lassen, vielmehr solle der Auftritt Spaß machen, sagte Christian von Hagen bei der Ankündigung des Programmpunktes. Für beste Unterhaltung sorgte ebenfalls am Sonnabend der Auftritt der Wildecker Herzbuben, gedoubelt von Sven Volkmann aus Schönberg und Gerd Simon aus Beuster.

Ein Rundgang durch den DDR-Konsum mit seinen vielen Produkten weckte bei vielen Besuchern Erinnerungen.

Seit drei Jahren besteht zwischen Blaulichtmuseumsverein und Mitgliedern des Moskauer Oldtimervereins „Retromobil“ eine Freundschaft. Eine Abordnung aus der russischen Hauptstadt besuchte deshalb auch die große Festwoche und bedankte sich beim Gastgeber mit Geschenken. Die Anreise übernahmen die Russen mit Wolga und Lada. Rund 2000 Kilometer legten sie dabei zurück.

Der Seehäuser Klaus Franke ließ in einer Halle wieder das altehrwürdige Schmiedehandwerk aufleben.

Einen hohen Schauwert für die Besucher hatte die ausgestellte Technik auf dem Außengelände. So zeigte beispielsweise Hans Beck aus Wittenberge einen historischen Lanz-Bulldog. Der Prignitzer ist schon Stammgast beim Museumsfest. Der Seehäuser Klaus Franke ließ in einer Halle das altehrwürdige Schmiedehandwerk aufleben.

Deichbäcker Olaf Buchholz war in der Mühlenbäckerei tätig.

Besonders stolz ist Ralf von Hagen auf den neu geschaffenen Buschbackofen. „Wir haben jetzt zwei Bäckereien in Beuster – die Deichbäckerei von Olaf Buchholz und die Mühlenbäckerei auf dem Museumsgelände.“ In letzterer bot Buchholz leckeren Kuchen und Brot an. Wer deftiger speisen wollte, der konnte den „DDR-Eintopf mit Bockwurst“ aus der Gulaschkanone, frisch geräucherte Forellen oder auch Bratwurst verköstigen.

Von Thomas Westermann

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