Verein „Kultur-Nische“ und Studenten präsentieren zahlreiche Entwürfe

Das Ziel ist ein Hostel für Salzwedel

+
Die Studenten Antoine (vorn) und Michael von der TU Dresden könnten sich vorstellen, dass Räume für Paare, Freunde und Familien entstehen. Ihre Arbeit fand ebenso wie die ihrer Kollegen viel Beifall während einer Präsentation am Sonnabend.

Salzwedel. Wer vor den Häusern Neutorstraße 10, 8a und Radestraße 1 steht, der kann angesichts des Bauzustandes zumeist nur resignieren. Doch was sich hinter den Gemäuern abspielt, ist mehr als Enthusiasmus.

Der Verein „Kultur-Nische“ in Salzwedel hat die Häuser erworben. Und will sie umgestalten, sanieren. „Das große Ziel ist ein Hostel“, verraten Anne Buch und Anne Schliephake vom Verein. Ein großes Ziel versteht sich. In einem denkmalgeschützten Bereich. Mit einem barocken Laubengang, auf den Ines Kahrens vom städtischen Bauamt gestern hinwies. Auch sie war auf den Hinterhof des Häuserensembles gekommen, um sich von Ideen inspirieren zu lassen, die Studenten aus Straßburg (Frankreich) und der Technischen Universität Dresden vorstellten. Viele Ideen, ein großes Ziel hätte man den Vormittag überschreiben können. Denn was die jungen Menschen an Ideen vorstellten, war aller Ehren wert.

Der Innenhof aller drei Gebäude mit seinem barocken Laubengang befindet sich noch im Dornröschenschlaf.

Es geht vornehmlich um die Einrichtung des Hostels, das, wie Anne Buch erklärte, in Salzwedel fehlt. Ein Hostel für Radfahrer, die das Grüne Band erkunden wollen und in der Stadt für einige Zeit bleiben sollen. Junge Menschen suchen günstige Übernachtungsmöglichkeiten, und die soll ein Hostel bieten. Nun ist es nicht gerade einfach, in dieser Situation Behörden und Ämter von den Ideen zu überzeugen. „Bis zwölf Betten ist das alles einfacher, darüber hinaus wird es schwierig“, umschrieb Anne Buch die Gespräche auch im Bauordnungsamt. Während sich der Verein um die gesetzlichen Dinge kümmert, haben die Studenten auf Papier gebracht, wie es aussehen könnte. Mittelpunkt soll der Hinterhof sein, und auch der Holunder könnte sogar stehen bleiben, hieß es gestern.

Es soll ein schlichtes, ein aussergewöhnliches Hostel werden, stellt sich der Verein „Kultur-Nische“ vor. Man sei offen für alles, wenn es um Sichern, Sanieren, Reparieren, Wiederverwenden und Neudenken von Werk- und Baustoffen geht. Und wichtig: Sollte es irgendwann einen Hostelbetrieb geben, sollen natürlich die Einnahmen und möglichen Überschüsse in die weitere Instandsetzung des Fachwerkensembles fließen. „Wir wollen Radtouristen, aber auch Kultur- und Individualtouristen eine preisgünstige, geschmackvolle und unkomplizierte Unterkunft im Herzen der Altstadt bieten“, heißt es in der Ideen-Vorstellung des Vereins.

Beifall gab es Sonnabend für die Vorschläge der bautechnischen Umsetzung. Die Architekturstudenten erläuterten den Inhalt ihrer Ideen derart gut, als hätten sie schon jahrelang Bezug zu der alten Hansestadt und ihrer Gebäude. Nur wenige Tage reichten, dass ihnen dieser Komplex ans Herz gewachsen ist. Ob die französiche Studentin Gaèlle oder Sascha aus Brüssel, die im Innenhof das Grüne Band erkennbar machen wollen und sich für ein Hostel und Ferienzimmern aussprechen. Oder die Studenten Antoine und Michael aus Dresden, die Paaren, Freunden und Familien entsprechende Räumlichkeiten schaffen würden.

Der Zuhörer glaubt, dass es was wird. Denn der Verein lässt nicht locker.

Von Harry Güssefeld

Kommentare