Jäger erlegen deutlich weniger Wildschafe / Leichte Beute für das Raubtier

Wolf killt die Muffel in der Altmark

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Altmark. Der Wolf wird das Muffelwild in der Altmark wohl in absehbarer Zeit ganz ausgerottet haben. Die jetzt vorgelegten Zahlen des Landesverwaltungsamtes (LVA) belegen, was Jäger vermutet haben: Die Muffelwild-Strecke ist in der Altmark deutlich zurückgegangen.

Im Jagdjahr 2015/16, das am 31. März endete, wurden im Altmarkkreis Salzwedel 125 und im Landkreis Stendal 78 weniger Wildschafe erlegt. Im ganzen Land Sachsen-Anhalt sind nur 595 Muffel gestreckt worden. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch 721 Stück, im Jagdjahr 2010/11 sogar 870. Jäger haben diese Entwicklung prophezeit, denn die aus Korsika stammenden Wildschafe sind aufgrund ihrer Anatomie und Biologie leichte Beute für das Raubtier Wolf.

Thomas Bauer aus Sallenthin präpariert einen Muffel-Widder. Jäger sind überzeugt davon, dass es in der Altmark bald keine Wildschafe mehr geben wird.

Auf die Reh- und Damwild-Population in der Altmark hat der Wolf offenbar (noch) keine gravierenden Auswirkungen: Erstmals wurden in der Region sogar mehr Stücke Damwild erlegt als im Fläming, im Altmarkkreis waren es 1058, im Landkreis Stendal 435. Auch beim Rehwild verzeichnet das LVA eine Streckensteigerung – in der Ostaltmark um 917 Stück.

Zwölf Prozent der Gesamtstrecke im Lande (50 543 Stück) waren Wildunfälle (6000 tote Rehe). Strecken-Steigerungen meldet das LVA auch beim Schwarzwild, bei Füchsen und ganz gravierend bei den sogenannten Neozoen Waschbär, Marderhund, Mink und Nutria. Insgesamt wurden 23 114 Waschbären erlegt – 2647 mehr als im Jagdjahr zuvor. Die höchste Steigerung landesweit gab es im Altmarkkreis Salzwedel (950 mehr). Die meisten Waschbären erlegt wurden indes im Landkreis Stendal (4299 Stück). Die Marderhund-Strecke zeigt zwar im Vergleich mit dem östlichen Nachbarland Brandenburg ein relativ niedriges Niveau, aber 3165 gestreckte Tiere in Sachsen-Anhalt sind deutlich mehr als im Vorjahr. Schwerpunkte im Land liegen laut LVA in den beiden Altmark-Kreisen.

 Die Population der auch als Sumpfbiber bezeichneten Nutrias ist ebenfalls „deutlich angestiegen“, Schwerpunkt bleibt die Altmark. Im Landkreis Stendal wurden 1236 (Vorjahr: 639), im Altmarkkreis Salzwedel 1608 (Vorjahr: 631) Nutrias erlegt. Die Nutria-Strecke hat sich landesweit im Vergleich zum Jagdjahr 2014/15 mehr als verdoppelt (3694 erlegte Tiere). Als „beherrschbar“ beurteilt das LVA die Entwicklung des Minks, von dem 2015/16 landesweit 293 erlegt wurden.

Von Ulrike Meineke

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