Fragen nach Kompromissen

Knöllchen fürs Falschparken sorgen für Unmut: „Wirkt wie ein Exempel“ 

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Bei Veranstaltungen wird der Kulturhausvorplatz zusätzlich mit Hütchen abgesperrt. Dort herrscht Parkverbot. Für Unmut sorgten jetzt die ausgestellten Knöllchen während der Salzwedeler Hochzeitsmesse am vergangenen Sonntag.

Salzwedel. „Wir wollen hier nicht gegen die Stadt hetzen. Aber diese Knöllchenaktion hat bei vielen Ausstellern und Unternehmern für reichlich Unmut gesorgt“, erzählt Andreas Schierz. „Man fühlte sich schon abgezockt und drangsaliert“, sagt Peter Schierz.

Die Salzwedeler Unternehmer hatten, wie viele andere auch, am Sonntag während der Hochzeitsmesse am Kulturhaus einen Strafzettel fürs Falschparken kassiert.

Andreas Schierz bekam einen Strafzettel fürs Falschparken. „Das Knöllchen ist ja richtig, aber ein bisschen mehr Verständnis bei Großveranstaltungen seitens der Stadt wäre wünschenswert.“

Sonntagmorgen, 10 Uhr: Schon vor Eröffnungsbeginn der Messe, so schildert es Andreas Schierz, sind alle Parkflächen rund um das Kulti voll besetzt. „Rechtlich gesehen ist mein Knöllchen eindeutig. Schließlich habe ich zum Teil in der Feuerwehrauffahrt geparkt und das Parkverbot ist ja ausgeschildert“, lenkt er ein. „Ich frage mich nur, warum man bei solchen Veranstaltungen nicht einen Kompromiss finden kann und den Kulturhausparkplatz, zumindest für die Veranstalter und Unternehmer freigeben kann?“ Schon seit Monaten ist die Parksituation auf dem Kultiplatz Thema in der Hansestadt. Auf dem Vorplatz darf mittlerweile gar nicht mehr geparkt werden. Zuvor war es ab einer gewissen Veranstaltungsgröße noch geduldet. Und während den Stadtratssitzungen im vergangenen Jahr stellten dort die Stadträte ihre Karossen ab, um im Kulturhaus eben über jene Parksituation zu debattieren. Feuerwehr und Rettungskräfte benötigen die Fläche im Fall einer Großschadenslage.

Und der große Parkplatz hinter dem Kulturhaus ist so gut wie unbekannt. 2000 Euro müssten in den nächsten Haushalt eingestellt werden, um ein Parkleitsystem für die Stellflächen auszuweisen.

„Ich würde mir da von der Stadt etwas mehr Fingerspitzengefühl wünschen. Wir haben nicht wild geparkt und eine Rettungsgasse haben wir auch freigelassen. An einem Sonntag dermaßen viele Knöllchen zu verteilen wirkt wie ein Exempel“, ist auch Detlef Wunberger sauer. Der Salzwedeler parkte auf dem Kultiplatz, vor dem mit Hütchen abgesperrtem Bereich.

„Da gibt es Leute, die in der Hansestadt etwas auf die Beine stellen und dann bekommt man Knüppel zwischen die Beine geworfen. Es muss doch eine bessere Lösung geben“, will Peter Schierz vermitteln.

Von Katja Lüdemann

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