Anbieter will Internet in der Altmark ausbauen

Telekom-Seitenhieb auf ZBA: „Wir quatschen nicht nur“

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Salzwedel. „Im Gegensatz zum Zweckverband Breitband Altmark bauen wir aus und quatschen nicht nur und verschwenden Steuermittel“ – Telekom-Sprecher Georg von Wagner beschreibt mit markigen Worten die Internetstrategie des deutschen Telekommunikationskonzerns.

Die Telekom will in der Altmark mittels so genannter Vectoring-Technik (VDSL) Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Empfang; 40 MBit/s bei Übertragung) schaffen. Und das in vielen Orten der Altmark.

So soll es nun in Salzwedel losgehen (wir berichteten). Die Kernstadt sowie die meisten Ortsteile erhalten laut den Plänen des Unternehmens eine modernere Infrastruktur. Die Telekom spricht für die Hansestadt von 30 Kilometern Glasfaserkabel und rund 50 Schaltverteilern. 9500 Haushalte sollen es zunächst im Bereich der 03901-Vorwahl sein.

Die Kosten will die Telekom vollständig selbst tragen. „Unser Ziel ist es, mindestens 80 Prozent der Anschlüsse im Vorwahlbereich mit VDSL-Geschwindigkeit zu versorgen“, hatte Telekom-Sachsen-Anhalt-Regionalmanager Andreas Meyer noch im Februar versprochen.

Dass ein privates Unternehmen Abstriche macht, dürften einige Salzwedeler Ortsteile zu spüren bekommen. An ihnen geht der VDSL-Ausbau wohl vorüber. Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel sprach am Mittwoch von vier Orten, die aus Kostengründen nicht angeschlossen würden. Ein Blick in die Ausbauliste der Telekom offenbart sogar fünf Dörfer, die fehlen: Groß und Klein Chüden, Ritze, Hoyersburg und Sienau.

Auf die Nachfrage der AZ, wie Alternativpläne für diese Orte aussehen, antwortete von Wagner: „Es gibt keine Versorgungspflicht mit DSL.“ Die Dörfer haben demnach wohl vorerst Pech gehabt.

Von Jens Heymann

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