Landkreis stellt sich auf mehr Asylbewerber ein

„Wir haben eine humanitäre Aufgabe zu erfüllen“

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Die Käthe-Kollwitz-Halle (unten) soll zur Notunterkunft werden und bis zu 120 Menschen Platz bieten. Der Kreis will das alte Schulgebäude daneben für maximal zehn Jahre anmieten und dort ebenfalls Asylbewerber unterbringen.

Salzwedel. Im August kamen und kommen 95 Asylbewerber in den Altmarkkreis, im September werden es wohl 125 sein.

„Wir haben eine humanitäre Aufgabe zu erfüllen“, unterstrich Landrat Michael Ziche und ergänzte gestern während eines Pressegespräches: „Keinem Deutschen wird etwas weggenommen. “ Der Kreis braucht ab Oktober weitere Unterkünfte. Die Bürgermeister bekamen Anfang der Woche Briefe. Inhalt ist die Bitte, Vorschläge zu unterbreiten. Insbesondere in den Bereichen Klötze, Beetzendorf und Arendsee sollen Wohnungen für Asylbewerber angemietet werden.

Die nach dem Neubau am Jahn-Gymnasium nicht mehr benötigte Käthe-Kollwitz-Halle wird zur Notunterkunft. Dort wäre Platz für 120 Hilfebedürftige. Außerdem will der Kreis die angrenzende einstige Schule von einem Privatbesitzer anmieten. Und zwar maximal für zehn Jahre. Danach muss das Gebäude abgerissen werden. Bis dahin könnten dort 170 Kinder, Frauen und Männer ein zeitweiliges Zuhause erhalten. Zelte sollen im Altmarkkreis nicht aufgebaut werden.

Michael Ziche betonte gestern, dass die Verfahren bei Menschen, die nach den Gesetzen keine Chance auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland haben, schneller abgeschlossen werden sollten. Dies betrifft vor allem Menschen aus dem Westbalkan. Dieses Länder werden unter anderem aus wirtschschaftlichen Gründen verlassen.

Um die Aufgaben zu erfüllen gibt das Land pro Aslybewerber eine Pauschale von 8600 Euro, mit der die Kreise ihre Aufgabe erfüllen sollen. Dazu gehört auch das Angebot von Deutschunterricht. Dies ist an 18 Stellen möglich. Michael Ziche kündigte gestern an, dass es Anfang September eine Informationsveranstaltung in der Kreisverwaltung geben wird. Dies betrifft vor allem die Bewohner rund um die einstige Käthe-Kollwitz-Halle. Micheal Ziche lobte zudem das Engagement von Ehrenamtlichen, die bei der Integration helfen.

Von Christian Ziems

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