Politiker wollen sich für Straße starkmachen / Gestern Treffen in Pretzier

„Wir brauchen die B 190 n“

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Anwohner Walter Theuerkauf (v.l.) berichtete gestern vom geräuschintensiven Leben an der B 190 in Pretzier. Landrat Michael Ziche und Bundestagsmitglied Manfred Behrens (beide CDU), zugleich am Bundesverkehrswegeplan beteiligt, hörten zu.

Pretzier / Altmark. "Ich stelle fest: Wir brauchen die Straße." Dem Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens (CDU) boten sich gestern in Pretzier viele Gründe, die geplante B 190 n, die die Autobahnen 14 und 39 durch die nördliche Altmark miteinander verbinden soll, so schnell wie möglich zu bauen.

„Ich kann hier und jetzt nichts zusagen, aber der heutige Termin war ein guter Beweis dafür“, erklärte Behrens, während Lkw vorbeifuhren und sich die Schranken dreimal schlossen, damit donnernde Züge die Bundesstraße 190 kreuzen konnten.

Manfred Behrens ist nicht irgendein Abgeordneter. Er sitzt im Bundesverkehrsausschuss und berichtet für Sachsen-Anhalt zum Bundesverkehrswegeplan 2030. Darin ist die B 190 n derzeit nicht im sogenannten vordringlichen Bedarf aufgelistet. Dies ist aber notwendig, damit die Straße in den nächsten Jahren und nicht erst in einigen Jahrzehnten gebaut werden kann.

Aber viel Zeit bleibt nicht mehr. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 soll im nächsten Jahr beschlossen werden. Behrens versprach gestern, mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu reden. Am 6. und 7. September stünden die nächsten Gespräche im Verkehrsausschuss an.

Anwohner Walter Theuerkauf meinte, dass ein Termin am Freitagnachmittag besser gewesen wäre. Dann sei die B 190 voll. Landwirt Frank Pieper pflichtete dem bei: Für seine Treckerfahrer gebe es zu diesem Zeitpunkt kaum noch Möglichkeiten, auf die Straße zu kommen. Ein Sicherheitsrisiko für seine Mitarbeiter, mahnte der Pretzierer an.

Unternehmer Stefan Kor-neck machte seiner Enttäuschung über die bisherige Entwicklung Luft: „Erst hieß es: X-Variante. Dann: H-Variante.“ Und nun nicht einmal das für die Altmark so wichtige Puzzlestück B 190 n. Dabei heiße es aus der Politik immer wieder, so Korneck, dass der ländliche Raum erhalten werden soll. Er kenne viele, die in die Region investieren würden, aber nicht ohne Verbesserung der Infrastruktur. 52 Minuten benötige ein Altmärker im Durchschnitt, um zur nächsten Autobahn zu kommen.

Der Kreistag hatte im April eine Resolution verabschiedet. Der Ausbau der B 190 n müsse im Gesamtpaket mit der A 14 und der A 39 erfolgen, heißt es darin sinngemäß. Am Sonnabend, 17. September, soll es ab 10 Uhr an der Arendseer Tankstelle an der B 190 eine Demonstration geben.

Von Jens Heymann

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