Zwischen Salzwedel und Letzlingen sanken die Arzneimittelausgaben 2014 deutlich

Weniger Pillen in der Westaltmark

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Im Altmarkkreis Salzwedel werden weniger Pillen geschluckt als im Landkreis Stendal. Das ergab eine Studie

Magdeburg / Salzwedel. Den Bewohner im Altmarkkreis Salzwedel scheint es im Jahr 2014 gesundheitlich deutlich besser gegangen zu sein als allen anderen Sachsen-Anhaltern. Wenn der Verbrauch an Arzneimitteln zugrunde gelegt wird.

Zumindest sanken nur zwischen Salzwedel und Letzlingen die Arzneimittelausgaben im Vergleich zum Vorjahr und zwar deutlich. Die Barmer-Ersatzkasse registrierte ein Minus von 6,2 Prozent bei ihren Versicherten. Im Landkreis Stendal stiegen die Ausgaben dagegen um 5,6 Prozent an.

Landesweit hat die Krankenkasse durchschnittlich 592 Euro für Medikamente aufgewendet – 33 Euro mehr als im Jahr zuvor. „Demnach sind unsere Arzneimittelausgaben zwischen Arendsee und Zeitz binnen Jahresfrist um 4,3 Prozent auf insgesamt 181 Millionen Euro gestiegen“, sagt Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann. Alle Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt lagen 2014 teils deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 483 Euro je Versicherten.

Mit 488 Euro je Versicherten bildet der Altmarkkreis auch insgesamt das positive Schlusslicht der Kostenstatistik im Land. Der Landkreis Stendal rangiert mit 600 Euro dagegen im Mittelfeld. Die meisten oder teuersten Medikamente brauchten die Hallenser, die es auf 680 Euro Arzneimittelkosten je Versicherten brachten.

Die Gründe für diese großen Unterschiede seien vielfältig, hieß es in der Studie. „Die Auswertung der Experten hat ergeben, dass diese Unterschiede nicht nur auf den Gesundheitszustand und die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen sind“, erläutert Axel Wiedemann. „Vielmehr haben auch soziale Strukturen und das Verordnungsverhalten der Ärzte großen Einfluss auf die Kosten.“

Doch trotz der positiven Entwicklung im Altmarkkreis müssen seit Januar 2016 bei vielen Kankenkassen höhere Beiträge bezahlt werden – bis zu rund 25 Euro pro Monat mehr, so Experten.

Von Christian Wohlt

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