Neue Fachkraft ab März / Junge Flüchtlinge ohne Begleitung brauchen Hilfe

Vormundschaft für Kinder: Kreis verstärkt das Personal

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Die Zahl der minderjährigen und unbegleiteten Flüchtlinge wird wohl auch im Altmarkkreis Salzwedel steigen.

Altmarkkreis. Rund 100 Kinder werden derzeit im Altmarkkreis über die Vormundschaft betreut. Samira Frey vom Jugendamt nutzte den Jugendhilfeausschuss, um Eckpunkte der Arbeit zu erklären.

So haben Fachkräfte eine große Verantwortung, denn die Vorgesetzten dürfen nur eingreifen, wenn gegen Gesetze verstoßen wird. Minderjährige bekommen einen Vormund, wenn ihre Eltern die Aufgaben nicht erfüllen können. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Mutter selbst noch keine 18 Jahre alt und damit nicht geschäftsfähig ist. Da der Schutz der Familie im Grundgesetz besonders geschützt ist, gibt es nicht immer eine komplette Vormundschaft. So kann es sein, dass sich das Amt zum Beispiel um die finanziellen Dinge der Minderjährigen kümmert, aber die grundsätzliche Förderung weiterhin bei den Eltern liegt. Das Familiengericht entscheidet.

Die Kinder selbst haben auch ein Mitspracherecht. „Darum ist es wichtig, dass wir Vertrauen aufbauen“, erzählte Samira Frey aus dem Arbeitsalltag. Dies gelingt unter anderem beim Eisessen oder einem Besuch im Märchenpark. Dafür gibt es ein Extrabudget.

Der Vormund muss regelmäßig Kontakt zum Kind oder Jugendlichen haben, um auch die Bedürfnisse genau zu kennen. Darüber hinaus gilt es an Gerichtsverhandlungen teilzunehmen und nötige Anträge für die Schutzbedürftigen zu stellen.

„Welche Rolle spielen die Großeltern?“, wollte Kreistagsmitglied Hans-Jörg Krause am Mittwochabend wissen. Samira Frey betonte, dass zunächst geschaut wird, ob neben den Eltern andere Verwandte da sind, die sich um die Schutzbedürftigen kümmern können. Wenn dies nicht gelingt, gilt es einen Vormund zu bestellen.

Die Mitarbeiterin des Jugendamtes ging auch auf die Flüchtlingssituation ein. Es wird damit gerechnet, dass mehr Minderjährige in den Kreis kommen, die dann einen Vormund brauchen. Wieviel es genau werden, ist derzeit nicht abschätzbar. Da die jetzigen Fachkräfte aber bereits am Limit arbeiten, wird ab März eine dritte Stelle geschaffen.

Von Christian Ziems

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