Hampel: Frauenhäuser sind „unverzichtbare Einrichtungen“

Unterschlupf und Hilfe für Opfer

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Frauenhaus: Das Land will mehr Geld geben, die Stadt zementiert ihre Zusagen.

Salzwedel. Die Frauenhäuser im Land Sachsen-Anhalt sollen mehr Geld bekommen. Das hat der Ausschuss für Recht, Verfassung und Ausschüsse in Magdeburg beschlossen.

Im nächsten Jahr soll demnach um 148 200 Euro und im Jahr darauf noch einmal um 160 800 Euro aufgestockt werden. Und zwar für alle Frauenhäuser, deren ambulante Beratungsstellen, den Beratungsstellen für Opfer sexualisierter Gewalt sowie der Interventionsstellen und Frauenzentren im Land.

Die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Nadine Hampel, stellte dazu fest, dass die „unverzichtbaren Einrichtungen“ mit insgesamt 2,152 Millionen Euro bedacht werden. Das sind 309 000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Den Sozialdemokraten, die den Antrag eingebracht haben, geht es vor allem um eines: „Uns ist sehr daran gelegen, dass die wichtige Tätigkeit der Mitarbeiterinnen auch entsprechend ihrer fachlichen Qualifikation vergütet wird“, so Hampel.

Auch dem Salzwedeler Stadtrat ist an der Absicherung des Frauen- und Kinderhauses in der Hansestadt gelegen. Bereits am morgigen Dienstag, 11. November, will der Fachausschuss für Schulen, Soziales und Jugend die Zuschüsse für die beiden kommenden Jahre zementieren.

Die Stadt Salzwedel soll weiterhin mit 15 000 Euro pro Jahr im Boot sitzen. Der Finanzplan des Frauen- und Kinderhauses stützt sich auf 86 832 Euro. Diese kommen aus folgenden Quellen: 15 532 Euro aus Nutzungsgebühren, Bußgeldern, Eigenmitteln usw., 38 000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt, je 15 000 Euro von der Stadt und dem Altmarkkreis Salzwedel, 1000 Euro von der Stadt Gardelegen, 800 Euro von der Stadt Klötze sowie je 500 Euro von der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf und der Stadt Kalbe.

Vier Plätze für 17 Frauen und 20 Kinder

Der Verein Frauen- und Kinderhaus Salzwedel ist im gesamten Kreisgebiet die einzige Institution, die einen Schutzraum für Opfer häuslicher Gewalt und / oder Stalking vorhält sowie Begleitung, Beratung und Unterstützung anbietet.

Das Frauen- und Kinderhaus hat bis 2011 sechs Plätze vorgehalten, seit 2012 nur noch vier. Von einem der zwei Häuser hatte man sich aus Finanz- und Auslastungsgründen getrennt. Da damit auch zwei größere Zimmer weg sind, kommt es des Öfteren zum Aufnahmestopp. Das Vermitteln an andere Häuser gelänge meist nicht so gut, da vielen Frauen mit ihren Kindern neben den schon großen Veränderungen die Kraft fehlt, auch noch in einem anderen Landkreis neu anzufangen, heißt es von Seiten des Frauen- und Kinderhauses.

So wurden 2012 / 2013 auch 16 / 9 Frauen und 29 / 6 Kinder abgelehnt. Die Gründe dafür sind simpel: Zeitweise waren alle Zimmer belegt oder Frauen mit mehreren Kindern konnten nicht aufgenommen werden, da die Kapazität von zwei großen Zimmern erschöpft war. Das Land verbietet eine gemeinsame Unterkunft und billigt jeder Frau mit ihren Kindern in deren ohnehin schon schwierigen Situation ein eigenes Zimmer zu.

In den Jahren 2012 / 2013 /2014 wurden bei vier vorhandenen Plätzen 19 / 17 / 16 Frauen und 20 / 20 / 17 Kinder aufgenommen. Für acht bis zehn Frauen war zudem eine Nachsorgebetreuung notwendig. Weiterhin betreut der Verein jedes Jahr bis zu 60 Frauen, die nicht vorübergehend in der Einrichtung wohnen.

Das Salzwedeler Frauen- und Kinderhaus ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr aufnahmebereit.

Von Holger Benecke

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