Storchenvater Johannes Hirsch geht von mindestens drei bebrüteten Eiern aus

Tylsens Adebare sollen an Pfingsten schlüpfen

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Im Salzwedeler Ortsteil Tylsen steht in den kommenden Tagen das große Storchenglück an. Mindestens drei Eier sind im Nest.

Tylsen. Im Salzwedeler Ortsteil Tylsen steht in den kommenden Tagen das große Storchenglück an. Adebar-Vater Johannes Hirsch hat mindestens drei bebrütete Eier gezählt: „Unsere Jungstörche werden etwa um Pfingsten herum schlüpfen“, verriet Hirsch der Altmark-Zeitung.

Im Storchenkabinett, wo eine Kamera das Nistverhalten auf einen Monitor überträgt, finden sich täglich interessierte Besucher ein.

Unten im Storchenkabinett, wo eine am Kirchturm installierte Kamera das Nistverhalten für Besucher auf einen Monitor überträgt, finden sich täglich interessierte Storchenfreunde ein, denn die Gelegenheit, ein Storchenest zu beobachten, bietet sich nur selten. Auf einer Infotafel ist die Storchenberingung in Tylsen über die vergangenen drei Jahre dokumentiert: Das 2007 beringte Männchen Max war zum Beispiel auch 2011 in Tylsen auf dem Nest. Storchenfrau Emma wurde 2008 beringt und nistete 2011 in Groß Gerstedt. Den altmärkischen Störchen bleibt nur wenig Zeit für die Aufzucht der Jungtiere. In Tylsen fliegen die Jungadebare gemeinsam mit ihren Vettern bereits zwischen dem 10. und 14. August wieder ab.

Tylsen ist einer der wenigen Orte, wo die Adebare ein Nest direkt auf der Kirche haben. Aus Sicht der Storchenexperten sind viele Adebare ein Indikator für intakte Natur. Agrar-Monokulturen mögen die Störche gar nicht. Sie bevorzugen feuchte Wiesen und intakte Ökosysteme. Auf den Wiesen rund um Tylsen und die Dummeniederung gehen viele Störche der westlichen Altmark auf Kleintier- und Insektenjagd. Die Region liegt im Flugrouten-Grenzgebiet zwischen den Störchen, die westlich-, beziehungsweise östlich nach Süden ziehen. Die Gelege der Adebare bestehen aus zwei bis fünf Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 30 bis 33 Tage.

Seit Jahren bemüht sich Johannes Hirsch darum, den Störchen auf dem Tylsener Kirchturm gute Nistbedingungen zu ermöglichen. Meist nisten dort die sogenannten Oststörche. Sie kommen aus dem südöstlichen Afrika und überfliegen im Frühjahr Ägypten und den Libanon, um in ihre Brutgebiete zu gelangen. Weststörche, die über Spanien ziehen, nisten bereits in der Gegend um Wittingen.

Von Kai Zuber

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