Vor 25 Jahren legte der Arbeitskreis „Standort Fuchsberg“ los – mit großen Plänen

Der Traum vom Salwedeler Spielkasino

+
Solarfabrik statt Kasino: Die erhofften sonnigen Steuergewinne aus einer Spielbank in Salzwedel blieben ein Nach-Wende-Traum.

Salzwedel. 25 Jahre sind die großen Träume nun her - ein Spielkasino für die Hansestadt Salzwedel sollte es werden. Sogar ein US-Investor wurde damals angeschrieben.

Auf dem Salzwedeler Fuchsberg soll ein Hotel mit Spielkasino gebaut werden. Außerdem ist eine Landebahn für Geschäftsflugzeuge in Verbindung mit einer Motor- und Segelflugschule geplant, ein Kinderheim des Christlichen Jugenddorfes soll entstehen und die Nordostvariante einer Salzwedeler Umgehungsstraße über den Fuchsberg geführt werden. Wenn Sie sich jetzt die Augen wischen – vor 25 Jahren tat das noch niemand. Im Gegenteil: Ein frisch ins Leben gerufener Arbeitskreis „Standort Fuchsberg“ wollte auf dem Militärgelände, das nun von der Bundeswehr verwaltet wurde, große Nach-Wende-Träume verwirklichen. Zur Erinnerung: Zu dem Zeitpunkt, als in den Verwaltungen die Spielkasino-Hoffnungen reiften, standen auf dem Flugfeld 2800 Fahrzeuge – vom Trabi bis zum Tatra – die am 28. August 1991 versteigert wurden.

Diese Karte zeigt die Planungsansätze 1991 für das damals Noch-Militärgelände auf dem Salzwedeler Fuchsberg.

In Sachen Spielkasino schaltete sich sogar der damalige Stadtdirektor Siegfried Schneider ein und schrieb einem potenziellen Investor in Fort Lauderdale (Florida) persönlich einen Brief – handschriftlich! Sein damaliger Bürgermeister Norbert Hundt träumte indes von einem Golfplatz mit Hotelanlage auf dem Fuchsberg. Aus beiden wurde nichts. Auch aus der Umgehungsstraße nicht. Bis 1996 beschäftigten sich Stadt- und Kreisverwaltung intensiv mit Fuchsberg-Plänen. Zuletzt ging es nur noch um einen Verkehrslandeplatz. Und das, obwohl der damalige Bundesverteidigungsminister Volker Rühe den Salzwedeler Platz bereits zwei Jahre zuvor mit Wirkung zum 30. Mai 1994 luftverkehrsrechtlich entwidmet und damit die Bauhöhenbeschränkung aufgehoben hatte.

Letzteres war wichtig für den Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) mit ihrem Schlauch- und Funkturm. Diese wurde dann letztendlich auch gebaut – in der ehemaligen Unterkunft von Mannschaften der Roten Armee, die die Radarstation auf dem Krangener Berg bedienten. Daneben entstanden Wohnungen für Aussiedler und der Berufsschulkomplex. Über Letzteren gab es zudem Streit in der Arbeitsgruppe: Mitarbeiter der Stadtverwaltung wollten diese innerhalb des Kasernengeländes, das Bauplanungsamt des Kreises plädierte für außerhalb und setzte sich durch.

Von Holger Benecke

Kommentare