Touristen entsetzt: Ungepflegte Stadt wuchert zu

hob Salzwedel. Die Hanse- und Baumkuchenstadt bietet an vielen Ecken kein schönes Bild. Einheimische schütteln den Kopf über das wuchernde Kraut an Straßenrändern, auf Verkehrsinseln und auf Gehwegen; Touristen sind entsetzt.

Doch es sind nicht die privaten Grundstücksbesitzer, die vor ihren Häusern nicht pflegen – es sind in Masse Grundstücke der öffentlichen Hand. Jene Hand, die Privaten Bußgeldbescheide schickt.

Kommentar

Von Holger Benecke

Holger Benecke

Wenn Sie vor Ihrem Grundstück Unkraut wuchern lassen, bekommen Sie Post vom Ordnungsamt. Mein Vorschlag: Statt zu schreiben, sollten die Mitarbeiter zupfen gehen – vor städtischen Grundstücken.

Entlang der Thälmannstraße haben sich bereits Biotope gebildet, die schon als Stadtwald verkauft werden können. Auch an anderen Ecken krautet es munter vor sich hin. Verkehrsinseln gleichen in Salzwedel Schutzgebieten. Das Dauerargument, die Stadtkassen sind leer, zieht wenig. Privatleute kommen mit dem Interpretation „Ich habe kein Geld“ nicht um ihre Grundstückspflege herum. Im Gegenteil: Wenn die Privaten nicht spuren, gibts ein Bußgeld obendrauf.

Auch wenn der Tourismusbetrieb aufgelöst wird – Touristen kommen trotzdem. Deren Eindruck vom verwilderten Salzwedel lädt nicht zum Wiederkommen ein.

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