Anwohner halten es nicht mehr aus / Aber: Erst Antrag stellen

Terror-Krähen: Amt will Uhu kreisen lassen

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Über 80 Krähen nisten in den Eichen an der Thälmannstraße 48-50. Nach der Brutzeit soll die Feuerwehr die Vögel aus den Bäumen spritzen oder ein Uhu sich auf die lärmende Schar stürzen.

Salzwedel. Unerträglicher Lärm und haufenweise Vogelkot – das müssen die Bewohner der Thälmannstraße seit mehreren Wochen tagaus tagein ertragen. Mehr als 80 Saatkrähen sitzen in den Eichen vor ihren Balkonen.

Die Bewohner der Hausnummer 48-50 sind einem regelrechten Krächz-Terror ausgesetzt.

Ein Vor-Ort-Termin sollte endlich Klärung bringen. Mitarbeiter des Hauseigentümers Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), des städtischen Ordnungsamtes und der Unteren Naturschutzbehörde des Altmarkkreises stellten „eine erhebliche Beeinträchtigung durch die Krähen“ fest. Joachim Funke, Sachgebietsleiter Naturschutz, machte jedoch klar, dass ihm im Moment die Hände gebunden sind: Die Krähen haben Brutzeit. Er riet jedoch dazu, dass Eigentümer Wobau bei der Oberen Naturschutzbehörde einen Antrag auf „Maßnahmen zur Vergrämung“ der Krähen stellt.

Wie Funke der AZ weiter berichtete, habe er von dort bereits grünes Licht bekommen. Es fehle lediglich der Wobau-Antrag.

Dann könnte das Krähenverjagen beginnen.

Dafür sieht der Behördenmitarbeiter mehrere Möglichkeiten: „Man könnte von unten agieren.“ Auf gut Deutsch heißt dass, die Feuerwehr spritzt die Krähen aus den Eichen. Ein weiterer Funke-Vorschlag: Einen Uhu oder einen Greifvogel mehrere Tage um die Bäume kreisen lassen. Beide zählen zu den natürlichen Feinden der Krähen – der Mensch schon lange nicht mehr.

Wie dem auch sei: Anwohner Heiko Jacobs hofft, dass schnell entschieden wird. Seine, wie die Nerven seiner Nachbarn, liegen durch den Krähen-Terror blank. Nicht nur er befürchtet: „Wenn wir Pech haben, werden es nächstes Jahr noch mehr Krähen.“

Von Katja Lüdemann

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