Disney-Boykott geht weiter, aber erste Gespräche / Auch Sony-Filme betroffen

Tauwetter an der Kinofront in der Altmark: Verleiher wollen mehr Geld

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Je länger der Gebührenstreit zwischen Disney und unabhängigen Kinobesitzern andauert, desto gefährdeter ist auch der geplante Start des neuen „Star Wars“-Films im Dezember. Schlimmstenfalls findet der Sternenkrieg nicht in Salzwedel statt.

Salzwedel / Köln. Gekämpft wird nicht nur auf der Leinwand, sondern auch hinter den Kulissen. Noch immer haben sich der Unterhaltungskonzern Disney und unabhängige Kinobesitzer nicht auf einen neuen Gebührensatz für Filme geeinigt.

Allerdings hat es nun auf der Filmmesse Köln zum ersten Mal seit Frühjahr Gesprächsbereitschaft gegeben. Das Branchentreffen in der Rheinmetropole dient dazu, neue Streifen zu bewerben. Und so kamen Vertreter der Streitparteien zusammen, um Ideen auszutauschen.

Sony wollte für den neuen Bond höhere Preise, zog dann zurück.

Disney will für seine Filme mehr Geld und auch andere Konditionen an die der großen Kinoketten in den Großstädten angleichen. Dagegen sperren sich die meist kleineren, ländlichen Kinoinhaber. Sie fürchten um ihre Existenz und sind sich sicher: Kommt Disney mit seinem Vorhaben durch, ziehen die anderen Verleiher nach. Auf der Filmmesse in Köln wurde diese Befürchtung bestätigt. „Sony wollte für die Vorpremiere seines neuen ,Bond‘-Films eine Mindestabgabe von 4,50 Euro“, erläutert Barbara Bode vom „Filmpalast Salzwedel“. Kinobesucher hätten summa summarum etwa zehn Euro an der Kasse zahlen müssen. Dazu kommt es nun doch nicht. „Die Preise will ich noch selbst machen“, sagt Bode. Sie weiß: Die Taschen der Filmfans in der Region sind nicht unendlich tief.

Von Jens Heymann

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