Mangelhafte Statik zwingt zum Handeln / Schlossreste sollen stehen bleiben

Tylsener Schlossruine: Mit Steinen wird Einsturz verhindert

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Die Schlossruine wurde komplett eingerüstet. Im oberen Bereich der Zinne sind neue Steine zu erkennen, die dem alten Bau Halt geben soll. Die Arbeiten dauern bis Ende August.

Tylsen. Die Schlossruine im Salzwedeler Ortsteil Tylsen ist derzeit eine Baustelle. Die Mauerreste wurden komplett eingerüstet, damit Fachleute gefahrlos arbeiten können. Sie wollen eine noch größere Gefahr abwenden. Denn die Standfestigkeit der Mauern ist ungenügend.

Ortschafts- und Stadtrat haben sich dafür ausgesprochen, die Überbleibsel nicht preis zu geben.

Die Holzbrücke ist ebenfalls in die Jahre gekommen. Wer diese betritt, tut dies auf eigene Gefahr.

„Im Prinzip konservieren wir“, unterstrich Architekt Jan Bodenstein die Grundlagen der Arbeiten. Mit Hilfe von Mauersteinen werden besonders marode Stellen gefestigt. Damit sollen die Mauern für die Zukunft gesichert werden. Stahlanker sind dafür aber nicht nötig. Maurerarbeiten stehen im Mittelpunkt. Dabei ist einiges an Kleinarbeit nötig. Das Bauprojekt wird bis Ende August andauern. Besonders einsturzgefährdet ist das Hauptportal. Die Brücke, die dorthin führt, gehört nicht zur Maßnahme. Das Holz ist in die Jahre gekommen, mit einem großen Schild wird deutlich gemacht: „Betreten auf eigener Gefahr“. Damit die Ruine gesichert werden kann, sind rund 91 000 Euro nötig. 50 000 Euro kommen als Fördermittel vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten. Zudem wird Preisgeld des Salzwedeler Ortsteils genutzt. Dies bekam Tylsen für den Sieg beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Thomas II. von dem Knesebeck ließ das Objekt 1620 / 21 für seine Nachkommen in schlichten Renaissanceformen als eine der wenigen Schlossbauten in der Altmark errichten. Der Bau wurde 1891 / 94 mit den alten Stilformen erheblich erweitert. Das Schlossareal war von einem breiten Graben sowie einer Parkanlage umgeben. Nach 1948 folgte dann stückweise der Abbruch. Erhalten blieben zum Beispiel die nicht verwertbaren Feldsteine des Ursprungsbaus.

Von Christian Ziems

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