Vitzker kommt Exfreundin trotz Verfügung zu nahe

Stalker vor Gericht – Verfahren eingestellt

klü Salzwedel. Trotz einer einstweiligen Verfügung kam der 59-jährige Vitzker seiner Exfreundin immer wieder nahe. Doch das Salzwedeler Amtsgericht hatte keine Handlungsgrundlage gegen den Mann.

Im Gericht

Vom Frühjahr bis Herbst 2013 waren der ehemalige Maschinen-Ingenieur und das 51-jährige Opfer zusammen. Nach der Trennung konnte der Vitzker, der sich immer mal wieder in therapeutischer Behandlung befindet, aber anscheinend nicht los lassen. So soll er im Juni und September die Kuhfelderin beobachtet und sich ihr genähert haben, obwohl ihm eine einstweilige Verfügung mit 100 Metern Abstand auferlegt wurde.

„Der stand da einfach an den Garagen rum und hat den Wohnblock beobachtet“, ist eine Zeugin überzeugt, den 59-Jährigen im Sommer in Kuhfelde gesehen zu haben. Auch das Opfer, das sichtlich erschüttert war, ist sich sicher, dass ihr Exfreund sie verfolgt. „Er kam mir eines Tages auf einem Feldweg entgegen, als ich mit meinem Hund unterwegs war“, so die 51-Jährige.

„Das ist eine glatte Lüge. Das ist ein Hexenprozess der hier gegen mich läuft“, so der Angeklagte und verwies auf die Bücher zur Hexenverbrennung der Inquisition, die er vor sich auf dem Tisch liegen hatte. Er hätte dort in der Nähe des Wohnblockes nur Pause vom Gras schneiden gemacht. „Ich kümmer mich nämlich noch um die Schweine von ihrer Tochter.“ „Das wissen wir. Ich habe eine Akte mit über 1000 Seiten und zahlreichen Briefen, in denen Sie sich an Ihre Exfreundin wenden, weil die Schweine krank geworden sind“, wandte Richter Klaus Hüttermann ein.

Auch als die Polizei zu einem Vorfall hinzugerufen wurde, gab der Vitzker an, nur aus Zufall am Haus vorbeigefahren zu sein. „Aber ich habe ihn im Gebüsch stehen sehen. Die ganze Zeit über, die ich mit dem Opfer geredet habe“, gibt ein Beamter zu Protokoll. Immer wieder würden Blumen und Kreuze im Umfeld der 51-Jährigen auftauchen.

„Ich muss den Angeklagten freisprechen, weil wir keine Handhabungen haben. Er hat Sie nicht direkt bedroht oder Sie gefährdet. Ich weiß, dass Sie sich verraten fühlen“, versuchte Richter Hüttermann zu erklären. Für den Angeklagten fand er deutliche Worte: „Auch wenn die einstweilige Verfügung mittlerweile abgelaufen ist, halten Sie sich fern von der Frau. Sollte es zu weiteren Vorkommnissen kommen, werden wir Ihre Zurechnungsfähigkeit prüfen lassen müssen.“

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