Umweltschützer bieten der Einheitsgemeinde einen Millionenbetrag an

Stadtwald: BUND will einen Runden Tisch

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Geführte Wanderungen durch den Bürgerholz gehören bereits zu den Angeboten der Umweltschützer. Der BUND will diese ausbauen und bietet der Stadt Geld, damit sie den Forst nicht privatisiert. Foto: Archiv / hey

Salzwedel. Die Stiftung des BUND ist zusammen mit anderen Stiftungen bereit, für das dauerhafte Sichern von Teilflächen des Salzwedeler Stadtforstes (Naturschutz) eine siebenstellige Summe, also einen Millionenbetrag, einzusetzen. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Konkrete Beträge wurden aber nicht genannt. Geplant ist, weitere Erlebnisangebote zu schaffen. Als Beispiel soll das Gebiet der Goitzsche (ehemaliger Tagebau) dienen.

„Gemeinsames Ziel aller Akteure sollte es sein, eine zeitnahe Lösung für die Haushaltsprobleme der Stadt zu finden und gleichzeitig auch der nationalen Verantwortung für diesen Lebensraum gerecht zu werden“, schreibt Olaf Bandt, Bundesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er schätzt die anhaltenden öffentlichen Diskussionen zu den Salzwedeler Verkaufsplänen als „von wenig Sachlichkeit geprägt“ ein. „Der BUND schlägt daher vor, dass sich alle Beteiligten, ungeachtet sonstiger inhaltlicher Differenzen an einen Runden Tisch zusammensetzen, um gemeinsam nach konstruktiven Lösungen für den Stadtforst Salzwedel zu suchen“, heißt es weiter. Daran sollten neben der Stadt, das Land, der Landkreis sowie Umweltverbände teilnehmen.

Insbesondere das Land stehe in der Verantwortung. Der BUND verweist auf den Koalitionsvertrag. Darin ist der Schutz und das Weiterentwickeln des Grünen Bandes verankert. Salzwedels kommunale Wälder gehören zum Teil dazu. Beim Privatisieren drohe ein großes Loch in dem bundesweiten Biotopenverbund. Der Bundesgeschäftsführer betont, dass der BUND nicht grundsätzlich gegen die Verkaufspläne der klammen Hansestadt ist. Nur das Privatisieren wird abgelehnt. „Denn solche Schutzgebiete von nationaler Bedeutung gehören in die Hände von Eigentümern, die sich öffentlichen Interessen verpflichtet fühlen“, formuliert es Olaf Bandt.

Um das Ziel von neuen öffentlichen Angeboten am Grünen Band im Bereich Salzwedel zu erreichen, sollen weitere Fördermittelgeber gewonnen werden. Einige haben bereits Interesse bekundet. Dafür müsse aber ein Weg gefunden werden, um den Stadtforst in das Eigentum der öffentlichen Hand zu belassen oder aber an Umweltverbände zu verkaufen. „Wir erwarten von der Stadt und dem Land Sachsen-Anhalt, dass sie sich ernsthaft mit diesem Angebot des BUND auseinandersetzen und ihrer nationalen Verantwortung für dieses Waldgebiet gerecht werden“, so der Bundesvorsitzende Professor Dr. Hubert Weiger.

Von Christian Ziems

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