Gericht: 57-Jähriger betrieb Cannabis-Plantage in Dähre

„Spielt Geschehen runter“

klü Salzwedel. Am Vorabend es Dreikönigstages 2015 stürmte ein SEK-Team das „Deutsche Haus“ in Dähre. Dort hatte ein 57-Jähriger eine Indoor-Cannabis-Plantage eingerichtet. Dafür muss er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Im Gericht

Nicht nur der Anbau der Cannabispflanzen findet sich auf der Anklageschrift. Auch der gewerbsmäßige Handel und die Weitergabe von Drogen an Minderjährige kamen während der Verhandlung zur Sprache. So soll ein minderjähriger Zeuge dem Angeklagten beim Anbau der Pflanzen geholfen und dafür Marihuana erhalten haben. Aber auch dessen Kontakte soll der Angeklagte ausgenutzt haben, um Kunden anzulocken. So wie einen 20-jährigen Salzwedeler.

„Ich konsumiere Cannabis zur Eigentherapie und habe in drei Monaten etwa sechs Mal rund zehn bis 15 Gramm Marihuana bei dem Angeklagten gekauft“, schilderte der 20-Jährige vor Gericht.

Schon im Vorfeld der polizeilichen Ermittlungen wurde klar, dass der Angeklagte eine hochprofessionelle Anlage betrieben hatte. Die kriminaltechnischen Untersuchungen bestätigten die Qualität und einen hohen THC-Gehalt der Blüten. Das Equipment hatte der 57-Jährige nach und nach über das Internet bestellt und die Elektroanlage manipuliert. Aufgeflogen war die Anlage durch einen Bekannten des Angeklagten.

Zu einem Urteil kam das Schöffengericht gestern nicht, da ein Zeuge fehlte. Absprachen zwischen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft wurden seitens der Anklage abgelehnt. „Der Angeklagte spielt das ganze Geschehen runter, das kann so nicht akzeptiert werden“, begründete die Staatsanwältin. Nun soll am 1. April weiterverhandelt werden.

Kommentare