Nicht nur Arbeitlose nutzen Angebot / Elektronische Geräte gefragt

Sozialfundus: „Wir sind hier keine Sperrmüllabfuhr“

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Sabine Gille, Koordinatorin des Sozialfundus der Arbeiterwohlfahrt, behält das Möbelangebot im Überblick. Nicht nur Arbeitslose können hier kostengünstig alles für ihre Wohnungseinrichtung erwerben. Auch Asylbewerber werden unterstützt.

Salzwedel. „Für Menschen, die nichts oder nur sehr wenig haben, sind wir die erste Anlaufstelle, wenn es um die Ausstattung der Wohnung geht“, erklärt Sabine Gille, Koordinatorin für den Sozialfundes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Salzwedel.

Vom Bett, über Wohnwände bis hin zu Teller und Tasse – sämtliche Möbelstücke, Elektro- und Haushaltsgeräte sind Spenden von Privatpersonen und finden im Sozialfundus neue Besitzer. „Es macht froh zu sehen, wie dankbar und glücklich die Leute über unser Angebot sind“, erzählt Gille.

In den neuen Räumlichkeiten an der Ernst-Thälmann-Straße 75a – ehemalige „Initiative 2000“ – stapeln sich Schränke, Tische und Stühle. „Es gab einige Punkte, das Gebäude am Böddenstedter Weg zu verlassen. Neben zu hohen Betriebskosten war auch die schlechte Bausubstanz nicht mehr tragbar“, so Gille. Zudem liegt der neue Standort weitaus zentraler. Seit Anfang Mai läuft der Umzug des Sozialfundus, aber die Arbeit geht wie gewohnt weiter. Im September ist ein Tag der offenen Tür geplant.

In Zusammenarbeit mit Sozialamt, Jobcenter, gerichtlich bestellten Betreuern und der Stadt Salzwedel betreibt die AWO bereits seit 1996 den Sozialfundus. Auch in der Gemeinschaftsunterkunft Auf dem Fuchsberg stattet die Arbeiterwohlfahrt die Räumlichkeiten für Asylbewerber aus. „Sollte es zu einer Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule kommen, werden wir sicherlich auch dort mit einer Erstausstattung für Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmer und Küche helfend zur Seite stehen“, hebt Gille das Engagement hervor. Dazu gehören neben Möbeln, wie Schränken, Betten, Tischen und Stühlen auch Geschirr, Besteck und Lampen sowie Teppiche. Dabei betont die Koordinatorin, dass der Sozialfundus für jeden offen steht.

„Neben sozial schwachen Personen, Arbeitslosen oder Senioren mit geringer Rente, gibt es auch Jugendliche, die mit beginnender Lehre und Wohnortswechsel die erste eigene Wohnung günstig einrichten müssen.“

Neben Einzelstücken, die oft von hilfsbereiten Altmärkern vorbeigebracht werden, fahren die Mitarbeiter des Sozialfundus aber auch zu kompletten Wohnungsauflösungen und räumen selbst raus, berichtet Gille. Dabei nehmen die Mitarbeiter aber nur einwandfreie und vor allem vermittelbare Spenden mit. „Wir sind hier keine Sperrmüllabfuhr. Leider denken das viele Leute zu oft. Aber mit kaputten, zu großen oder wuchtigen Möbeln oder Elektrogeräten können wir nichts anfangen“, erzählt Sabine Gille, und betont, dass schließlich jeder ein Recht darauf habe, sich in seinen vier Wänden wohl zu fühlen.

Elektronische Geräte, wie Waschmaschinen, Kühl- und Gefrierschränke sowie Kinderzimmerausstattungen werden derzeit besonders benötigt. Der Sozialfundus ist von montags bis freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 12.30 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter Tel. (03 901) 27 069.

Von Katja Lüdemann

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