Gekrächze für Anwohner "unerträglich"

Salzwedeler Terror-Krähen geht es an den Kragen – mit einem Uhu

Salzwedel. „Die obere Naturschutzbehörde hat den Maßnahmen zum Vertreiben der Krähen zu- gestimmt“, informiert Sylvia Schliebe von der Woh- nungsbaugesellschaft (Wobau) Salzwedel. Heißt: Der Uhu kann kommen.

Im vergangenen Jahr waren die Anwohner der Ernst-Thälmann-Straße 48-52 über Wochen von rund 80 Saatkrähen regelrecht terrorisiert worden. Der Krächz-Terror, den die Tiere veranstalteten, war unerträglich. Doch den Anwohnern waren die Hände gebunden, da die in den Eichen nistenden Vögel unter Naturschutz stehen.

Eine Vergrämung, wie es im Beamtendeutsch heißt, wird aber frühestens erst Anfang Mitte März erfolgen, so Sylvia Schliebe im Gespräch mit der AZ. Vorher, so Schliebe, würden die Maßnahmen nichts bringen und man würde Gefahr laufen, dass die Krähen erneut in den Bäumen nisten.

„Wir haben verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Wir werden zunächst von unten agieren und mittels Hubsteiger die Nester aus den Baumkronen nehmen lassen“, erzählt Sylvia Schliebe.

Sollten die Krähen sich davon nicht beirren lassen, steht das Abspielen von Uhu-Geräuschen vom Tonband oder gar den Vogel über das Wohngebiet kreisen zu lassen, in der Auswahl. Der Vogel gehört zu den natürlichen Feinden der Krähen. „Da müssen wir aber erst schauen, wie wir das organisieren können“, schränkte Schliebe ein.

Den Antrag begründet die Wobau unter anderem damit, dass die Bäume zu nahe an den Wohnhäusern und Balkonen stehen und die Anwohner durch die Vögel den Wäscheplatz und die Grünanlagen nicht mehr richtig nutzen können, da diese durch den Vogelkot verdreckt werden.

„Wir sind mehr als dankbar, dass jetzt endlich Bewegung in die Sache kommt. Hoffen wir, dass nach den Worten auch Taten folgen“, gibt sich Thälmannstraßen-Anwohner Heiko Jacobs zuversichtlich. „Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Krähen dann letztendlich auch ein anderes Plätzchen suchen, sonst müssen wir wohl Jahr für Jahr einen entsprechenden Antrag stellen müssen“, erzählt Sylvia Schliebe. Und sie weist darauf hin, dass die Krähen sich dann unweigerlich einen anderen Nistplatz suchen. Dann könnten andere Salzwedeler den Terror vor der Tür haben.

Von Katja Lüdemann

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