Hartz-IV-Betrug: Angeklagter gibt Einkünfte nicht an

„Sie sind ein Profi im deutschen Rechtssystem“

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Ein 36-Jähriger hat im Jobcenter in Salzwedel nicht angegeben, wie viel Geld er eingenommen hat.

klü Salzwedel. Knapp 1900 Euro wurden einem 36-jährigen Salzwedeler im vergangenen Jahr zu Unrecht vom Jobcenter ausgezahlt. Der Angeklagte hatte nicht alle Einkünfte offen gelegt und musste sich nun wegen Betruges vor dem Amtsgericht verantworten.

Der zweifache Vater war der festen Ansicht, dass er den Arbeitsvertrag bei seinem zuständigen Sachbearbeiter abgegeben hätte. In einem anderen Brief jedoch gab der Angeklagte an, dort nur zur Probe gearbeitet zu haben und daher keine Einkünfte erzielt zu haben. „Ich habe mich verschrieben“, kam die lapidare Antwort des Angeklagten und ein ungläubiges Schnauben von Richter Klaus Hüttermann.

Bereits 13 Einträge im Strafregister kann der Angeklagte vorweisen. Neben Verstößen gegen das Waffengesetz, schwere Körperverletzung und Diebstahl gesellt sich auch Hehlerei, Unterschlagung und Fahren ohne Fahrerlaubnis dazu. „Sie sind ein Profi, was das deutsche Rechtssystem angeht“, konstatierte Hüttermann.

„Sie haben sich um Kopf und Kragen geschrieben. Menschlich kann man Ihre Situation verstehen, aber wann wollen Sie ihre ganzen Schulden zurück zahlen, die Sie in den vergangenen Jahren angehäuft haben?“, wollten Richter und Staatsanwalt noch wissen. Für den Angeklagten endete der Prozess mit einem Schuldspruch und einer Geldstrafe von 500 Euro.

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