Familienvater lernt die damals 14-jährige Schülerin über das Internet kennen

Sexueller Missbrauch: 44-Jähriger vor Gericht

Salzwedel. Sie trafen sich heimlich. In kleinen Wäldchen rund um Salzwedel. Er kam aus Lehrte, holte sie mit dem Auto am Bahnhof ab. Er war damals 39, sie 14 Jahre alt.

Nun musste sich der dreifache Familienvater (Töchter im Alter von 24, 18 und 11 Jahren) vor einem Schöffengericht im Salzwedeler Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. Kennen gelernt hatten sich der heute 44-jährige Elektroingenieur aus Niedersachsen und die Schülerin aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf 2011 im Internet. Und waren sich offenbar sympathisch. Mehrmals, in der Anklage ist die Rede von 31 Vergehen, trafen sich die beiden. Er bezahlte die Schülerin für sexuelle Handlungen, die sie an ihm vornahm. Es kam sowohl zu Oral- als auch zu Geschlechtsverkehr.

70 bis 100 Euro kassierte die damals 14-Jährige, je nach dem zu welchen Handlungen es kam. Dass die Schülerin zu dem Zeitpunkt noch minderjährig war, war dem Familienvater bekannt. Hatte sie dies offen auf der Internetplattform preisgegeben. Und dies auch dem Angeklagten in mehreren Gesprächen mitgeteilt. Bis Juni 2014 trafen sie sich rund um die Hansestadt zu kleineren Stelldichein.

Zu den Vorwürfen wollte sich der Lehrter vor Gericht nicht äußern. Einsilbig antwortete der 44-Jährige auf die richterlichen Fragen nach seiner sozialen Situation. Die Aussage der heute 19-Jährigen, die auch als Nebenklägerin auftrat, erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Mit ihrer Anwältin an ihrer Seite nahm die 19-Jährige vor dem Richtertisch Platz. Während der dreistündigen Vernehmung der Schülerin kam es zu mehreren Zwischengesprächen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft. Auch der Angeklagte zog sich öfter mit seinem Anwalt zu einer stillen Beratung zurück.

Zu einem Urteil kam es gestern nicht. Die weiteren Zeugen wurden vorläufig entlassen. Der Fortsetzungstermin der Verhandlung im Salzwedeler Amtsgericht wurde auf den 18. März festgelegt.

Von Katja Lüdemann

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