Stipendiatin Anna Eiber will Salzwedeler und Eindrücke in ihrer Kunst verewigen

Schwäbin sammelt Spuren

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Bitte nicht wundern: Diese Frau könnte Ihnen bald irgendwo in Salzwedel eine Leinwand unter die Füße schieben.

Salzwedel. Ob Farbe, Glas oder Straßenwalze – „Ich nehme immer das, was mein Kunstwerk gerade braucht“, sagt Künstlerin und Stipendiatin Anna Eiber und erklärt damit ihren Wechsel zwischen unterschiedlichen Kunsttechniken.

Sie hofft, dass sie während ihres Aufenthaltes in Salzwedel jedoch nicht zur motorisierten Walze greifen muss. Sie möchte die Hansestädter für ein geplantes Kunstprojekt begeistern.

Die 35-jährige Schorndorferin ist seit vier Tagen „die Neue“ im Künstler- und Stipendiatenhaus. Die freischaffende Künstlerin entstammt der Bildhauerei, experimentiert mittlerweile auch mit unterschiedlichen Techniken und lehrt zudem Malerei und Zeichenkunst.

Erste Erkundungstouren zum Bauernmarkt und durch die Innenstadt hat die Baden-Württembergerin schon unternommen. Das großzügige Hinterhausatelier in der Kleinen Predigerstraße hat sie bereits mit mitgebrachten unfertigen Kunstwerken bezogen. An den Arbeiten, ein Mix aus Malerei und Drucktechnik, will sie bis Weihnachten fortfahren.

Doch auch Salzwedel selbst will sie während ihres Aufenthaltes für eine Werkserie gewinnen. Sie wird Ein- bzw. Abdrücke buchstäblich einfangen und sammeln. Dazu braucht die Künstlerin die Unterstützung der Salzwedeler. Anna Eiber will an öffentlichen und stark frequentierten Plätzen Leinwände auf den Boden legen. Einwohner und Stadtbummler können darauf in jedweder Form ihre Abdrücke hinterlassen. Diesen Prozess hält die Künstlerin wiederum mit Fotoapparat oder Zeichenstift fest.

Auf den abgenutzten Leinwänden verbindet sie anschließend malerisch die gesammelten Spuren mit ihren gezeichneten und fotografierten Eindrücken. Was dabei herauskommt, kann die Künstlerin natürlich nicht prophezeien. „Auf jeden Fall Bilder“, lacht die Schorndorferin. Und davon mindestens vier.

Von Eva Hahner

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