Vorwurf: Angeklagter lädt Bauschutt auf Nachbargrundstück ab / Aussage vor Gericht verweigert

Schmutzige Windeln fliegen über den Zaun

klü Salzwedel. Für einen drei Meter hohen Abfallberg aus Asbest-Bauschutt, Plastik, Dämmwolle und Leuchtstoffröhren musste sich ein 49-jähriger Altensalzwedeler vor Gericht verantworten.

Im Gericht

Der Angeklagte ist mit 22 Einträgen im Strafregister wegen Diebstahl, Betrug, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Nötigung kein Unbekannter vor Gericht. Direkt zu Beginn der Verhandlung unterstellte der Angeklagte Richter Klaus Hüttermann Befangenheit, verweigerte die Aussage und schwieg im Laufe der Zeugenvernehmung. Der Familienvater habe seit Dezember 2014 zur Grundstücksgrenze eines Nachbarn einen asbestverseuchten Abfallhaufen aufgetürmt, der nach und nach über den zwei Meter hohen Zaun rutschte. Aber auch schmutzige Windeln und anderen Unrat soll der Angeklagte gezielt auf das angrenzende Grundstück geworfen haben. Die beiden als Zeugen vorgeladenen Polizeibeamten gaben an, dass sie wiederholt von Anliegern zu Hilfe gerufen wurden. Der Angeklagte habe auf seinem Grundstück auch immer wieder Abfälle verbrannt. Den Beamten gegenüber gab der Angeklagte an, dies „sei kein Müll, sondern nur eine zusammengefallene Garage“.

„Ich habe so viele Anzeigen gestellt. Die Polizei war so oft da. Es ufert immer weiter aus“, sagte eine 68-jährige Nachbarin, während der Angeklagte weiter schwieg und sich Notizen machte. Hüttermann bedauerte, dass die Chance zum Frieden nicht genutzt wurde. Gegen das Urteil über eine Geldstrafe von 1200 Euro will der Altensalzwedeler angehen.

Von Katja Lüdemann

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