BUND ist gegen Verkauf des Geländes und schlägt Konzept vor / Salzwedel muss zustimmen

Schlachtplan für den Stadtforst

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Dem Stadtforst kommt laut BUND eine bundesweit große Bedeutung zu. Das Areal ist Heimat vieler Arten, etwa dem Golddickkopffalter, und hat einen intakten Erlenbruchwald. Auch das Besucherinteresse soll intensiviert werden.

Salzwedel / Hoyersburg. „Es gibt Alternativen zu einer Privatisierung des Stadtforstes. Es wäre geradezu fahrlässig, diese nicht ausreichend zu prüfen und eine jahrhundertealte Tradition der Stadt Salzwedel aufzugeben.“

So kommentiert Dieter Leupold vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Sachsen-Anhalt die aktuelle Diskussion um einen möglichen teilweisen Verkauf des Areals entlang der Landesgrenze zwischen Hoyersburg und Cheine.

Die Alternative könnte laut Leupold das Bundesprogramm „Chance Natur“ zur Förderung von Gebieten mit herausragender Naturausstattung sein. Als Teil des Grünen Bandes komme dem Stadtforst genau jene besondere, bundesweite Bedeutung und damit auch eine entsprechende Verantwortung zu. Und weiter: Der BUND werde im Rahmen seiner Möglichkeiten ein verstärktes Engagement prüfen und stehe als Partner im Rahmen des Projektes Grünes Band bereit.

„Wirtschaftlich ist der Stadtforst durch Holzeinschlag und -verkauf kaum zu betreiben. Sein größtes Kapital stellt die reiche Naturausstattung dar“, führt der Naturexperte weiter aus. Und fügt allerdings hinzu: „Die derzeitige finanzielle Schieflage der Stadt Salzwedel erfordert auch beim Stadtforst ein Umdenken.“

Im Rahmen des Förderprogramms „Chance Natur“ müssten weitere Partner mit ins Boot. Der Altmarkkreis Salzwedel würde als Träger fungieren, erläutert Dieter Leupold, und dieser habe auch schon die grundsätzliche Bereitschaft dazu erklärt. Positive Signale seien ebenfalls aus Niedersachsen und vom Land gekommen. Das Bundesamt für Naturschutz übernähme 75 Prozent der Kosten, 15 Prozent teilten sich Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die restlichen zehn Prozent entfielen auf den Altmarkkreis. Die Einheitsgemeinde Salzwedel hätte demnach keine finanziellen Verpflichtungen, würde sogar Geld als Kompensation bekommen, da der Naturschutz eine kommerzielle Nutzung – etwa Holzeinschlag – einschränkt.

Leupold schlägt einen konkreten Fahrplan in zwei Projektphasen vor. In Phase 1, die etwa zwei bis drei Jahre dauert, müsste zunächst ein Maßnahmenplan erstellt werden. Darin wäre beispielsweise geregelt, welche Gebiete wie stark genutzt werden.

Die zweite Phase mit einer Dauer von etwa zehn Jahren würde Folgendes einschließen: Ankauf von Flächen bzw. Ausgleichszahlungen, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Das Naturerlebnis sollte stärker in den Vordergrund gestellt werden, meint Dieter Leupold. Alle Beteiligten müssten sich nun zusammenfinden und die Stadt Salzwedel durch einen Grundsatzbeschluss ihren Willen kundtun. Der BUND will zudem weitere Flächen am Grünen Band kaufen bzw. tauschen.

Von Jens Heymann

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