Jona und die Stadt Ninive: Kinder der evangelischen Grundschule „Stephan Praetorius“ führen Kantate auf

Die Schattenseite des Wohlstands

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Die Kinder der evangelischen Grundschule „Stephan Praetorius“ brachten die Geschichte von Jona und der Stadt Ninive auf die Bühne. Anke Böhlert hatte die musikalische Leitung bei der Aufführung der Kantate.

Salzwedel. Kindgerecht, zeitlos, lehrreich und melodisch – so präsentierten Kinder der evangelischen Grundschule „Stephan Praetorius“ in der Salzwedeler St. Marienkirche unter Leitung von Anke Böhlert die Kantate um die Geschichte von Jona und der schönen Stadt Ninive.

Friedrich von Biela schilderte das Schicksal der Stadt Ninive.

Als eine Art Schattenseite des Wohlstands schilderte Pfarrer Friedrich von Biela das Schicksal der Stadt Ninive. Zur Zeit Jonas war Ninive das Zentrum der Unmoral und Verderbtheit. Es ist verständlich, dass der Prophet sich weigerte, seinen Fuß in diese quirlige, elegante Weltstadt zu setzen, um die Menschen zur Tschuwa zu ermahnen, damit die Stadt nicht zerstört wird.

Noch verständlicher ist die Überraschung des Propheten, als seine Worte bei den Bewohnern der assyrischen Metropole Gehör finden. Die Menschen in Ninive, vom Sklaven bis zum König, hören auf zu sündigen und kehren zu Gott zurück. Sie gehen in Sack und Asche und bereuen ihr böses Tun aufrichtig. Ein derartiges Ereignis soll die Welt nie wieder erleben, heißt es. Doch nach einiger Zeit kehrt Ninive zum sündhaften Leben zurück, und ihr Ende ist unvermeidlich, wie Nachum und Zephania vorhersagten. Etwa im Jahr 612 vor der Zeitenwende zerstörten die Meder und Perser die Stadt vollständig, und sie wurde nie wieder bewohnt. Das mächtige assyrische Reich, das den Norden Israels vernichtet hatte, wurde schwer bestraft. Seine Ruinen sind heute noch ein beredtes Zeugnis dafür, wie es den Hochmütigen und Mächtigen ergeht.

Die Zuhörer in der vollen St. Marienkirche in Salzwedel waren am Sonnabend beeindruckt von der Aufführung.

Unter dem Dirigat von Anke Böhlert begeisterten die Schüler der Grundschule „Stephan Praetorius“ ihrer Zuhörer in der voll besetzten Marienkirche mit der Kantate.

Das Stück mahnte musikalisch, was passieren kann, wenn gesellschaftlicher Wohlstand wie in der Stadt Ninive auf Kosten anderer erreicht wird. „Doch Gott liebt und vergibt am Ende“, machte Friedrich von Biela in seiner Ansprache deutlich. Zur Kantate zeigten die Kinder auch ihre selbstgemalten Bilder zur Geschichte um Jonas Erlebnisse, die in der Marienkirche viel Applaus fanden.

Von Kai Zuber

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