Unfallschwerpunkt auf der B 190 verschoben und verschärft

Salzwedels Kraftfahrer klagen: Vor dem Hügel aufs Gaspedal

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Das verlängerte Überholverbot endet unmittelbar vor der Krangener Bergkuppe. Viele Autofahrer überholen dort nicht nur Trecker, was erlaubt ist, und drücken auf die Tube, obwohl ihnen der nicht einsehbare Gegenverkehr, der mit 100 Sachen entgegenkommt.

Salzwedel. Neben der Kreuzung am Amtsgericht hat die Verkehrsunfallkommission auch den Abschnitt Ortsausgang Salzwedel bis Abzweig Buchwitz der Bundesstraße 190 als Unfallschwerpunkt ausgemacht.

Dort hatten sich in den vergangenen drei Jahren fünf schwere Verkehrsunfälle ereignet. Ein Mensch war dabei gestorben, vier wurden schwer verletzt. Als Unfallursache hatten die Experten ausgemacht: Dort wird einfach zu schnell gefahren. Ihr Rat: Den auf 70 Stundenkilometer beschränkten Abschnitt ab Ortsausgang Salzwedel bis zum Abzweig Buchwitz verlängern und zusätzlich die Mittellinie durchziehen, um das Überholverbot noch deutlicher zu kennzeichnen.

Das ist inzwischen nur zum Teil umgesetzt. Es gibt ein Überholverbot – ohne durchgezogene Sperrlinie und Geschwindigkeitsbergrenzung – bis kurz vor die Krangener Bergkuppe. Das hat nach Ansicht vieler Kraftfahrer einen neuen, noch viel gefährlicheren Unfallschwerpunkt geschaffen. Denn viele Autofahrer setzen nach dem außerörtlichen Überholverbot dort, unmittelbar vor der Hügelkuppe, den Blinker und geben Gas zum Überholen. Der Unfallschwerpunkt wurde damit nicht nur verschoben, sondern sogar noch verschärft, berichten Autofahrer, die bereits mehrere brenzliche Situationen vor der Hügelkuppe beobachtet haben.

Noch ein weiterer Unfallschwerpunkt droht ab dem nächsten Jahr in dem Bereich: die Aufmündung des dann zur Kreisstraße ausgebauten Bundesfeldweges von und nach Ritze. Da dieser eine ideale und ampelfreie Umleitung um die Hansestadt bietet, rechnen Verkehrsexperten besonders zu den Stoßzeiten mit einer starken Frequentierung. Schätzungen gehen von täglich 1600 Fahrzeugen aus.

Der eigentlich für dieses Jahr geplante Ausbau der 2,1 Kilometer langen Piste zwischen Bundesstraße 190 und Kreisstraße 1002 wurde auf 2017 verschoben. Das Vorhaben kostet fast eine Million Euro.

Von Holger Benecke

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