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Blümels Sparplan: Wenn das mal gut geht ...

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Was mit dem Märchenpark geschieht, wenn die Jeetze-Landschaftssanierung aufgelöst werden sollte, ist offen.

Salzwedels neue Bürgermeisterin hat einen Plan. Einen Acht-Punkte-Plan. Wenn der aufgeht, hat die Stadt 14,5 Millionen Euro. Aber nicht über, sondern für das Tilgen von Schulden. Weitgehend zumindest. 3,5 Millionen Euro würden nach der Blümel´schen Rechnung übrig bleiben.

Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang hat sich niemand getraut, derart ans Eingemachte zu gehen und Salzwedels Tafelsilber zu verscherbeln. Gut, der Verkauf des Stadtwaldes war immer mal wieder Thema. Das wird sicherlich auch funktionieren. Ob es allerdings einen Käufer für den Forstbetriebshof in Hoyersburg gibt, der dafür 205 500 Euro hinblättert, wird abzuwarten sein.

Ulrike Meineke

Und dann will Sabine Blümel Dinge anpacken, die dem Bürger weh tun könnten. Wenn nämlich die Jeetze-Landschaftssanierungs-Gesellschaft aufgelöst wird, könnte das das Aus für den Märchenpark bedeuten. Und wenn der Park einem Amt in der Stadtverwaltung angegliedert wird, kostet das zusätzliches Personal. Dann gehen die Sparpläne nicht auf, denn den Märchenpark zu managen, ist eine Mammutaufgabe und sicher nicht nebenbei zu bewerkstelligen. Den Märchenpark zu verkaufen, träfe die Nutzer, denn wenn er gewinnbringend arbeiten soll, werden die Eintrittspreise ganz drastisch erhöht werden müssen.

Ein heißes Eisen, das die neue Stadtchefin anpacken will, ist die gemeinnützige Vita-GmbH. Blümel hat recht, wenn sie sagt, dass der Betrieb einer Alten- und Pflegeeinrichtung keine kommunale Pflichtaufgabe ist, aber wenn das Sozialministerium als Fördermittel-Geber die Zuschüsse zurück fordert, was bei einer Privatisierung der Fall wäre, hätte die Stadt nicht viel gekonnt. Im Gegenteil, sie müsste wahrscheinlich sogar noch draufzahlen.

So ganz schlüssig und realistisch ist der Acht-Punkte-Plan nicht, aber er ist eine Diskussionsgrundlage. Und wie man den Salzwedeler Stadtrat kennt, wird erstmal ordentlich darauf herumgehackt werden. Die Salzwedeler können nur hoffen, dass es sachlich zur Sache geht und man der neuen Bürgermeisterin eine Chance gibt und sie nicht gleich zerfleischt. Immerhin hat sie Ideen, von denen manche gar nicht abwegig sind. Und wer Sabine Blümel kennt, der weiß, dass sie leicht aus der Haut und anderen über den Mund fährt. Auch sie wird sich in Sachlichkeit üben müssen.

Von Ulrike Meineke

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