„Wir machen das!“: Altmärkisches Unternehmen steht bei Stararchitekten und Weltfirmen hoch im Kurs

Heilig’s Blechle: Salzwedeler Unternehmen baut Fassade für Apples "Spaceship"

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Der Herr des Edelstahls – Josef Maurus: „Da kommt ein Künstler, legt mir dieses Modell auf den Tisch und sagt: Das brauche ich zehnmal größer. Haben wir gemacht. Jetzt steht es vor einer Kaserne in Belgien.“

Salzwedel. Seit 2000 baut die Firma Seacon in Salzwedel Edelstahl-Fassaden der Superlative für Prestige-Objekte in der ganzen Welt. Das 60-Mitarbeiter-Unternehmen wurde von Josef Maurus aus dem Boden gestampft.

Der Salzwedeler Josef Maurus und seine 60 Seacon-Mitarbeiter geben dem Apple „Spaceship“ im Silicon Valley ein Gesicht. Die Hansestädter bauen die Fassade für das neue Hauptquartier des Computer-Giganten.

Zurzeit wird in Sankt Petersburg das Lachta Zentr gebaut, das mit 462 Metern zum höchsten Gebäude in Russland werden soll – mit Hilfe der Salzwedeler. Die haben erst vor kurzem den Apple-Auftrag abgeschlossen und die komplette Fassade für das neue Hauptquartier des Computer-Giganten im Silicon Valley geliefert. Und Apple hat nachgelegt und bei Seacon auch das Fitnessstudio für das neue Hauptquartier bauen lassen. Ohnehin fertigt Maurus mit seiner Mannschaft Ausstattungen für die Apple-Stores weltweit. Auch der Elbphilharmonie in Hamburg haben die Hansestädter Edelfassaden-Profis einen ganz besonderen Schliff verliehen. Und: „Wir haben unser Geld bekommen“, schmunzelt Josef Maurus. Er spricht von einer der schwierigsten Formen, die sein Unternehmen gebaut hat. Viel Handarbeit und wie immer bei Edelstahl mit noch mehr Polieren. Genau das ist es, worauf Maurus setzt und was den Erfolg des mittelständischen Unternehmens ausmacht.

„Wir arbeiten mit Spitzen-Architekten weltweit – das sind Visionäre. Was die heute planen, wird in zehn, 15 Jahren gebaut“, sagt Maurus. „Sie setzen Trends wie in der Mode. Es gibt dann kein zweites Gebäude der gleichen Art weltweit“, macht der 64-jährige Firmenchef, der immer unter Volldampf steht und trotzdem die Ruhe selbst ist, deutlich. Er blickt auf den Wettbewerb der Metropolen mit ihren Projekten: „Die Menschheit will weiterhin exklusive Dinge haben, und wir setzen diese um. Damit haben wir uns einen Namen gemacht und einen Kundenkreis aufgebaut, der auch weiterhin verrückte Ideen hat.“

Josef Maurus ist im Jahr 2000 mit acht Mitarbeitern gestartet. Zurzeit arbeitet Seacon an der Fassade für den Flughafen Asgabat in Turkmenistan. Das Gebäude gleicht einem fliegenden Vogel – wieder eine Herausforderung für die Salzwedeler. Die Weinlaub-Fassade am Forum Mittelrhein in Koblenz, die Bauhaus-Fassade, die in jeder Fernsehwerbung zu sehen ist, die Bayrische Staatsgalerie in München mit einer Goldtonlegierung, die BMW-Welt in München, das Zeit-Haus, das Seat-Haus, das Audi-Haus und das Nutzfahrzeug-Haus auf dem Gelände der Volkswagenstadt in Wolfsburg – alle diese Fassaden zeugen vom Können der Salzwedeler.

Hinzu kommen solche Projekte wie das Wallrook-Building und die Fußgängerbrücke zum Olympia-Stadion in London, 24 exklusive Bushaltestellen vom Stadtzentrum zu den WM-Stätten in Katar, das Sky-Building in Prag, die Europäische Investitionsbank in Luxemburg ... die Seacon-Liste ist lang. Und so verkleidet ein Unternehmen, dass vor 16 Jahren mit keinerlei Referenzen angefangen hat inzwischen die BBC-Radiostation in London.

Der Maschinenbau-Ingenieur und Self-Made-Man Josef Maurus freut sich über die Erfolge seiner Firma, bleibt bescheiden und fühlt sich wohl in Salzwedel.

Von Holger Benecke

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