Fachleute nehmen Mauern und Fenster in Sankt Katharinen unter die Lupe

Salzwedeler Kirche wird auf den Zahn gefühlt

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Kirchenratsvorsitzender Dr. Frieder Oßwald (v.l.), Maurer Sven Leistikow, Architekt Jan Bodenstein und Polier Marco Frahm widmeten sich auch der Decke des Hohen Chores, die sich 18 Meter über dem Erdboden befindet und über ein Gerüst erreichbar ist.

Salzwedel. Beton sorgt unter dem Hohen Chor der Katharinenkirche dafür, dass das Gotteshaus wieder sicher steht und bannt die Einsturzgefahr. Doch die Arbeiten sind damit noch nicht abgeschlossen. Durch den schwammigen Untergrund, kamen Mauern in Bewegung.

Maurer aus Schwerin arbeiten in luftiger Höhe. Bis zu 18 Meter müssen sich mit Hilfe eines Gerüstes erklimmen, um alle Bereiche zu kontrollieren. Dabei wird besonders auf Risse geachtet. „Fensterrippen gehören dazu“, nannte Architekt Jan Bodenstein bei einer Bauberatung am Mittwoch ein Detail.

Solche beschädigten Fensterrippen gilt es zu ersetzen.

Diese Mauerteile müssen zum Teil ersetzt werden. Die Fachleute versuchen diese mit Spezialklebern soweit wie möglich zu retten. Wenn das vorhandene Material aber zu sehr beschädigt ist muss es raus. Zuvor gilt es aber kontinuierlich zu sichern. Mit Holzkonstruktionen werden tragende Teile abgefangen. Spezialisten werden insgesamt 45 Formsteine brennen, die dann die besonders maroden ersetzen. Für die Maurer ist das kleinteilige Arbeiten mit Blick auf den Denkmalschutz nichts Ungewöhnliches. Sie restaurieren auch im Schweriner Schloss. „Das ist aber nur halb so alt wie unsere Kirche“, meinte Dr. Frieder Oßwald bei der Baubesprechung mit einem Schmunzeln.

Sven Leistikow arbeitet unter anderem mit solchen Formsteinen, die die gotische Backsteinkirche prägen.

Noch etwa zwei Wochen werden die Maurerarbeiten andauern. Danach wollen sich die Fachleute unter anderem die Buntglasfenster anschauen. Diese werden derzeit mit Holz geschützt. Es gilt, den Zustand einzuschätzen. „Durch das Gerüst können wir die Buntglasfenster nicht wie sonst vom Boden, sondern aus nächster Nähe besehen“, beschrieb Dr. Frieder Oßwald, der das Gewitter am Mittwochvormittag auch gleich für einen Rundgang um die Kirche nutzte. Denn bei Regen lässt sich am besten beobachten, welche Regenrinnen verstopft sind. „An zwei Stellen müssen wird säubern lassen“, meinte der Kirchenratsvorsitzende abschließend.

Von Christian Ziems

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