Sportstättenkonzept: Schulen und Vereine haben Bedarf

Salzwedeler Hallen sind zu klein

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Fußball wird es in der Käthe-Kollwitz-Halle wohl bald nicht mehr geben, der Kreis will das Objekt abgeben. In Salzwedel mangelt es an großen Turnhallen.

Salzwedel. In der Salzwedeler Innenstadt mangelt es an einer Drei-Felder-Turnhalle für den Vereins- und Schulsport. Dies ist eine Erkenntnis des Sportstättenkonzeptes, das von einer Planungsfirma erstellt und beim Sozialausschuss am Dienstagabend vorgestellt wurde.

Dr. Stefan Eckl hat dieses erstellt und ging auf Stärken sowie Schwächen ein. 39 Vereine mit rund 4000 Mitgliedern gibt es in der Einheitsgemeinde. Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung nutzen 16 Prozent die Angebote.

Doch die Freizeitsportler brauchen auch Platz, genauso wie die Schulen und Kindertagesstätten. Eine Umfrage ergab zwar, dass 92 Prozent die Situation als sehr gut oder gut einschätzen. Doch die Liste der vorhandenen Objekte sowie benötigten Stunden zeigt Defizite aus. So entsprechen einige kommunalen Hallen nicht der Deutschen Industrie Norm, sind für etliche Sportarten und Wettkämpfe zu klein. Als Beispiele wurden Henningen und Pretzier genannt. „Das sind bessere Gymnastikräume“, formulierte es Stefan Eckl am Dienstag. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall. Die Jenny-Marx-Schule hat mit ihrem 650 Quadratmeter großen Objekt eine überdimensionierte Ein-Felder-Halle.

Schlussfolgerung: Diese Einrichtungen entsprechen nicht immer den Bedürfnissen und sind deshalb auch nicht ausgelastet. Bei den größeren Hallen mangelt es hingegen an Kapazitäten. Hauptamtsleiter Matthias Holz verwies aber darauf, dass neben der Stadt auch der Kreis in der Verantwortung sei. Denn bei der Umfrage haben unter anderem die Comenius Ganztagssschule und die Schule „Unter dem Regenbogen“ zusätzlichen Bedarf angemeldet. In beiden Fällen ist der Kreis Schulträger. Stadtrat Arne Beckmann regte an, noch einmal das Gespräch zu suchen. Denn die Käthe-Kollwitz-Halle wurde aus dem aktuellen Konzept herausgenommen und könnte die Situation entspannen. Doch der Kreis will das Objekt aus Kostengründen nicht weiter betreiben. Zudem hat die Jeetze-Schule angekündigt, in den nächsten Jahren eine Halle bauen zu wollen.

Beim Vereinssport haben vor allem die Bereiche Fußball sowie Handball Kapazitätsprobleme. Dies könnte mit dem Bau von zwei Kunstrasenplätzen gelöst werden, einer kostet rund 800 000 Euro. Allerdings müssten die Fußballer diese dann auch ab der D-Jugend im Winter nutzen und die Hallen meiden. Dadurch wäre mehr Platz für die anderen Sportarten. Der Bau einer Halle würde mehrere Millionen Euro verschlingen. Außerdem empfiehlt Stefan Eckl, dass die Vereine mehr zusammenarbeiten oder fusionieren sollten. Denn viele haben weniger als 50 Mitglieder und hätten darum alleine kaum eine Überlebenschance.

Von Christian Ziems

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