Zehn Jahre Deutsch-Polnische Zusammenarbeit in der Unterwasserortung

Salzwedeler THW zu Gast bei Freunden

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Seit zehn Jahren arbeiten die Kameraden des THW gemeinsam mit der Staatlichen Polnischen Feuerwehr. Dieses Jubiläum wurde in Borne Sulinowo gefeiert.

Salzwedel / Borne Sulinowo. Vollbepackt und mit einer großen Menge an Wissensdurst ging es für Nico Lesch, Christian Thamm, Martin Jung, Detlef Jauch und Maik Kreutzfeldt vom Salzwedeler Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) für drei Tage nach Polen.

Ziel der Gruppe war die kleine Stadt Borne Sulinowo in Westpommern. Nach sieben Stunden Fahrt und rund 500 Kilometern konnten die Altmärker dann endlich aus ihren Wagen klettern und wurden vom Kommandanten der Taucherschule der staatlichen polnischen Feuerwehr, Jacek Jagodzki, begrüßt.

Die Staatliche Polnische Feuerwehr (Panstwowa Straz Pozarna / PSP), eine mit Spezialtechnik ausgestattete uniformierte Berufsorganisation zur Brand- und Katastrophenbekämpfung, hatte die Kameraden der THW-Verbände zur gemeinsamen Übung nach Westpommern eingeladen.

Bereits seit den 90er-Jahren arbeiten die deutsch-polnische Katastrophenschützer Hand in Hand. Ihre erste große Bewährungsprobe hatten die deutsch-polnischen Einsatzkräfte 1997 bei sintflutartigen Niederschlägen, als weite Teile Polens unter Wasser standen und 7200 Helfer aus bundesweit 392 THW-Ortsverbänden im Einsatz waren. Seitdem wächst die Zusammenarbeit und die Einsatzkräfte des THW und PSP üben wechselseitig auf polnischer und deutscher Seite das Agieren im Ernstfall. Gemeinsame Ausbildungen, Übungen und Einsätze festigen die Abläufe – trotz der Sprachbarrieren.

Maik Kreutzfeldt (v.l.), Christian Thamm, Martin Jung, Nico Lesch und Detlef Jauch waren zu Gast bei Freunden. Für die Kameraden des Salzwedeler Ortsverbandes des Technischen Hilfswerks ging es zur Unterwasserübung nach Polen.

Mit von der Partie bei der aktuellen Übung in Borne Sulinowo waren auch Uwe Kaptaina (Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt), Mirko Kültz (THW Geschäftsstelle Magdeburg) und Dariusz Krylik (THW Ortsverband Spandau). Auch einige Teilnehmer der „Woda“-Übung 2014 aus den Ortsverbänden Eckernförde und Preetz waren dabei. Die THW Bundesschule wurde durch den Schulmanager Horst Oetzel vertreten.

Auf dem Tagesplan stand eine Konferenz zum Thema „Wasserrettung im Nationalen Rettungssystem“. Gleichzeitig wurden im in der Nähe gelegenen Pillburger See die internationalen Tauchermeisterschaften ausgetragen. Zwischen den Teilnehmern aus Polen, Ungarn, Tschechien und Deutschland wurden die Besten ermittelt.

Über den Monitor mussten sich die Teilnehmer per Schleppsonar durch einen Unterwasserwald kämpfen.

Besonders spannend für die Altmärker waren die gemeinsamen Übungen im Bereich der Unterwasserortung. Seit zehn Jahren werden gemeinsam mit den Kameraden der PSP spezielle Trainingseinheiten am Tauchsonar und mit dem Tauchroboter durchgeführt. So wurde bei der Übung in Polen mittels Sonar ein Auto im See gesucht und mit dem Tauchroboter visuell abgeklärt. Auch durch einen Unterwasserwald mussten sich die Teilnehmer über den Bildschirm einen Weg suchen.

Interessiert verfolgen die THWler die Vorstellung des Tauchroboters. Mit diesem wurde der Grund des Sees erkundet.

Am Ende der mehrtägigen Übung in Polen wurden Uwe Kaptaina, Mirko Kültz und Nico Lesch für ihre zehnjährige Zugehörigheit geehrt. Gleichzeitig wurde die ersten Pläne für die nächste Übung in Borne Sulinowo im September 2017 gemacht. Für die Salzwedeler THWler steht aber zunächst im Oktober eine Übung in Eckernförde auf dem Plan.

Von Katja Lüdemann

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