Angeklagter: „Wollte sie einfach loswerden“

Neffe erschlägt Katze mit Beil

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bg Salzwedel. „Die Katze hat noch nie jemandem etwas getan. Die lag mit Kaninchenjungen und neugeborenen Küken zusammen. Und die war doch gerade erst zwei Jahre alt“, sagte eine 72-jährige Rentnerin gestern vor dem Amtsgericht Salzwedel aus.

Im Gericht

Ihre Katze wurde im März 2013 mit einem Beil erschlagen – von ihrem Neffen, der ihr gegenüber wohnt. Der Angeklagte gestand die Tat. Die Katze sei in das Entengehege auf seinem Grundstück gelaufen. „Ich habe mich geärgert und wollte sie einfach loswerden“, so der 52-Jährige und weiter, „ich habe zu viel getrunken, kam vom Feiern“. Auch bei der Verhandlung wurde der arbeitslose Mann aufgrund des starken Alkoholgeruchs gefragt, ob er vorher getrunken habe, was laut nach eigener Aussage nur am Abend vorher der Fall gewesen sein soll.

„Die Bilder der Katze sehen schrecklich brutal und absolut grauenhaft aus“, so Richter Dr. Klaus Hüttermann.

Entschuldigt habe sich der Angeklagte bei seiner Tante nie. „Seine Frau hat mein halbtotes Mietzchen rübergetragen. Ich war total neben der Spur. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erleben müssen. Das ist unendschulbar“, berichtete die Senioren von dem Vorfall, bevor ihre Katze sofort vom Tierarzt erlöst werden musste.

Das Verfahren gegen den Angeklagten wurde für eine Dauer von drei Monaten vorläufig eingestellt. Der 52-Jährige muss 100 Euro an seine Tante zahlen, zudem 200 Euro an den Salzwedeler Tierschutzverein.

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