Salzwedeler Hobbybrauer Egbert Neuschulz gibt Einblicke in die Geschichte des Bieres

„Flüssiges Gold“: Über den Durst zum Brauen

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Nach dem Vortrag über Bier gab es für die Zuhörer auch eine kleine Verköstigung des Gerstensaftes. Walther Böhme (l.) und Jan Bloemendaal sind sich sicher: Das selbstgebraute Bier schmeckt wunderbar und erfrischend.

Salzwedel. „Ohne Bier wäre die Weltgeschichte sicherlich ganz anders verlaufen“, ist sich Wolfgang Fölsch von der Salzwedeler Urania sicher.

Grund genug für den passionierten Gerstensaft-Genießer gemeinsam mit Egbert Neuschulz einen kleinen Einblick in die Biergeschichte zu geben. Vor 500 Jahren, am 23. April 1516, erließ der bayrische Herzog Wilhelm IV. , dass Bier nur noch aus Gersten, Hopfen und Wasser zu brauen sei – später kam dann noch das Malz dazu.

Immer fleißig am Rühren: Mitbegründer Jörg Wernecke am Maischebottich in der Brauküche der Kultur-Nische.

„Bier diente der Sesshaftigkeit. Noch heute fragen sich die Wissenschaftler ‘Was war zuerst da? Das Brot oder das Bier?‘ Wir sind uns sicher, es war das Bier“, führte Fölsch mit einem Augenzwinkern durch die Entwicklung des kühlen Blondes. So gäbe es ohne Bier keine Pyramiden, ohne Bier hätte die Menschheit das dunkle Mittelalter nicht überstanden, denn schließlich wurde im im Jahre 817 im Konzil von Aachen verordnet, das Bier als Heiltrank anzusehen sei und wurde daher von den Fastenregelungen ausgenommen.

Das „flüssige Gold“, so erklärt Egbert Neuschulz, sei darüberhinaus in Maßen auch gesund. Der Hobbybrauer kam mit zwei Freunden vor über zwölf Jahren auf die Idee zur eigenen Herstellung. „Wir haben einen Kameraden, der bei der ehemaligen Soltmann-Brauerei angestellt war, gefoppt, dass man die Brühe dort ja nicht trinken könnte. Und irgendwann brachte er dann die Brauutensilien mit und meinte, wir sollten es halt besser machen. Und das erste Ergebnis war gar nicht mal so schlecht. So sind wir über den Durst zum Brauen gekommen.“

Mit höchster Konzentration bei der Arbeit: Egbert Neuschulz.

Aus den drei Gründern von „Schleckino“ sind heute sieben Freunde geworden, die sich regelmäßig in der Brauküche in der Kultur-Nische treffen und verschiedenste Sorten Bier brauen. Nach einer Einführung über das Abläutern, das Ansetzen der Maische und Würze kochen, ging es für die durstigen Zuhörer am Ende in die Brauküche, wo Egbert Neuschulz fleißig den gelben Gerstensaft an die trockenen Kehlen verteilte – und von allen ein einstimmes Ergebnis erhielt: „Schmeckt sehr gut.“

Von Katja Lüdemann

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