Von Woche zu Woche

Was nun in Sachen schnelles Internet?

Das war ein Aufreger in dieser Woche. Die Telekom will mehr als 20.000 Haushalte in der Altmark bis 2017 mit schnellem Internet versorgen und kommt damit dem kommunalen Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) in die Quere. Nun sind die Menschen verunsichert.

Soll man auf das zukunftssichere Glasfaser-Internet mit stabilen 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) warten oder doch lieber beim VDSL mit bis zu 50 Mbit/s der Telekom zuschlagen?

Wer sich intensiver mit den Techniken befasst hat weiß, dass der ZBA-Netzbetreiber DNS:NET Glasfaser bis quasi an den Schreibtisch legen will und damit schnelles und vor allem stabiles Internet bringt – egal, wie viele Nachbarn gerade online unterwegs sind. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass DNS:NET 50 Prozent Anschlussquote braucht. Und die wurden bisher kaum, wenn überhaupt irgendwo erreicht. Haken Nr. 2 ist die Frage der Zeit. Der ZBA wurde im Juli 2012 von beiden Altmarkkreisen gegründet und hat mehr als drei Jahre später noch nirgends tatsächlich schnelles Internet realisiert.

Beim Internet der Telekom handelt es sich um eine andere Technik, die bis zu 50 Mbit/s mittels Glasfaser- und Kupferkabel über Funkmast und Hybrid-Router bringen soll. Das ist zwar eine höhere Geschwindigkeit als alles, was die Meisten momentan haben, kommt aber an das Glasfaser-Internet des Zweckverbandes nicht heran. Nachteil Nr. 2 ist, dass die Geschwindigkeit gedrosselt wird, wenn viele Menschen in der Umgebung gleichzeitig im Netz aktiv sind. Aber: Die Telekom will Ende 2016 so weit sein, beim ZBA stehen die Realisierungszeiten auf sehr wackeligen Füßen.

Da werden sich die Altmärker überlegen müssen, wo sie zuschlagen. Der ZBA bzw. DNS:NET verzichtet auf die Grundanschlusskosten, wenn man sich jetzt zu Glasfaser-Internet bekennt. Man kann mit Kosten von ca. 50 Euro pro Monat rechnen, die Verträge sind nach zwei Jahren kündbar. Bei der Telekom kommt man auf in etwa den gleichen Preis, hat aber weniger Leistung. Der Vertrag wäre nach einem Jahr kündbar.

Für viele wäre die Entscheidung leichter, wenn der Zweckverband eine transparentere Informationspolitik machen und wie ein wirtschaftliches Unternehmen agieren würde. Auch in Sachen Werbung. Das kann die Telekom einfach besser.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare