Sachsen-Anhalts Versicherte fehlen am häufigsten

Der Rücken macht Probleme und sorgt für Langzeitausfälle

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Rund 51 Prozent der Versicherten in Sachsen-Anhalt bleiben zu Hause, weil sie Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems haben. Ganz weit vorne macht der Rücken – meist durch falsches Sitzen – Probleme.

Sachsen-Anhalt / Altmark. Weit überdurchschnittliche 20,4 Tage waren Mitglieder der Betriebskrankenkassen (BKK) – ohne Rentner – in Sachsen-Anhalt arbeitsunfähig (AU): Bundesweit wurden 15,4 AU-Tage gezählt.

Damit erzielt Sachsen-Anhalt den höchsten Wert im Bundsländervergleich. Mit 1,3 AU-Fällen je Mitglied erreicht die Zahl der Krankschreibungen den zweithöchsten Vergleichswert. Das ergab ein Report des BKK Dachverbandes.

Besonders häufig zwangen Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems – in erster Linie Rückenproblemen – rund 51 Prozent der Versicherten dazu, zu Hause zu bleiben. Insbesondere Postbediensteten (64,5 Prozent) waren davon betroffen. Bei den Herz-Kreislauferkrankungen (47,1 Prozent) liegt Sachsen-Anhalt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 35,2 Prozent. Ebenfalls gehäuft auftretende Ursachen für die Arbeitsunfähigkeit: Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (42 Prozent) sowie psychische Probleme (31,8 Prozent).

Bundesweit gehen fast die Hälfte aller Fehltage (46 Prozent) bei den beschäftigten Mitgliedern auf Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen zurück. Bei den psychischen Erkrankungen liegt dieser Anteil sogar bei über 70 Prozent. In Magdeburg und im Salzlandkreis sind die Langzeit-AU-Tage wegen seelischer Probleme – also die AU-Tage, die auf einen Langzeitfall zurückgehen – besonders hoch. Im Altmarkkreis Salzwedel sind sie im Vergleich zum Bundesdurchschnitt niedrig.

In den neuen Bundesländern liegt die Anzahl der Krankenhaustage je Mitglied oft über dem Bundesdurchschnitt. In Sachsen-Anhalt war sie in allen Kreisen überdurchschnittlich mit Spitzenwert in Stendal. 2,6 Prozent der Krankenhausfälle in Sachsen-Anhalt sind Langzeitbehandlungen von mehr als sechs Wochen (Bunde 2,8 Prozent). Knapp ein Fünftel der stationären Behandlungstage gehen auf Langzeitfälle zurück.

75,2 Prozent der Versicherten in Sachsen-Anhalt bekamen Medikamente verordnet, im vergangenen Jahr waren das 0,7 Prozent weniger. Die Verordnungsmengen waren in Stendal überdurchschnittlich hoch, in Anhalt-Bitterfeld lagen sie unter dem Bundesdurchschnitt.

Von Katja Lüdemann

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