3. Oktober 2013: Staatsanwaltschaft erhebt jetzt Anklage in 44 Fällen

Rechte Schmiererei: Vier vor Gericht gestellt

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Großeinsatz für den städtischen Wirtschaftshof nach dem 3. Oktober 2013: Die Stadt war mit rechten Parolen überzogen worden, jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Altmärker.

Salzwedel. Über ein Jahr lang hat es gedauert – jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Stendal Anklage gegen vier Altmärker. Diese sollen in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit 2013 die Hansestadt Salzwedel mit rechtsgerichteten Schmierereien überzogen haben.

Damals sorgte der Fall deutschlandweit für großes Aufsehen, die Hansestadt schaffte es damit bis in die Tagesschau.

Über 100 Schmierereien wurden damals gezählt. In Salzwedel wurde nicht nur der Tag der Deutschen Einheit, sondern auch das größte Volksfest, der Nysmarkt, gefeiert. Mitarbeiter des Wirtschaftshofes reinigten in einem Großeinsatz die meisten der beschmierten Wände in der Salzwedeler Innenstadt.

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Wenig später gerieten vier junge Männer aus dem Raum Salzwedel-Diesdorf ins Visier der Fahnder. Es gab Hausdurchsuchungen. Jetzt steht die Anklage. Dem Quartett wird gemeinschaftliches Handeln vorgeworfen. Und zwar beim Verwenden von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie Sachbeschädigung an 44 Tatorten bzw. Objekten in der Stadt Salzwedel. Das sagte gestern Staatsanwalt Thomas Kramer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stendal, auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Bei den Angeklagten handelt es sich um vier junge Männer im Alter von 19 bis 22 Jahren. Sie stammen aus Salzwedel, Henningen, Wallstawe, und Diesdorf. Verhandelt wird am Amtsgericht Salzwedel vor dem Jugendschöffengericht auf Grund des Alters des jüngsten Beschuldigten.

Wann der Prozess beginnt, werde die zuständige Richterin nach ihrem Urlaub festlegen, kommentierte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stendal.

Von Holger Benecke

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