„Es war furchtbar“: Polizei tappt bei Wallstawer Bordell immer noch im Dunkeln

Nach Überfall: Prostituierte sind verängstigt

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Tatort Alte Dorfstraße 64: Das Bordell wurde verwüstet, ein Bulgare mit einem Messer verletzt.

Wallstawe. Wallstawe ist geschockt: Der Ort hat keine Bankfiliale und keinen Supermarkt und trotzdem hat es einen schweren Raub gegeben. Zwei Tage nach dem bewaffneten Überfall in den frühen Morgenstunden des 1. Mai auf das Bordell an der Alten Dorfstraße 64 tappen die Ermittler noch weitgehend im Dunklen.

Mittlerweile hat die Salzwedeler Polizei die Sache an ihre Magdeburger Kollegen abgeben. Dort lagen gestern noch keine neuen Erkenntnisse vor.

Bei den Betroffenen ist die Angst spürbar, dass die Täter wiederkommen könnten. Erst mal bewegen sich daher nur die Gardinen hinter den Fenstern. Ganz vorsichtig. Die beiden Frauen drinnen in den Räumen des Wallstawer Rotlicht-Etablissements öffnen nicht mehr ohne Vorbehalt die Tür, so wie in der Tatnacht. Dann erscheint doch noch eine der beiden jungen Damen im Alter zwischen 23 und 25, die am Sonntag gegen 4.30 Uhr bei den aggressiven Übergriffen Zeugin war: „Es war furchtbar. Die haben hier alles verwüstet, geschlagen und getreten“, sagt die Bulgarin sichtlich traumatisiert. Sie ist völlig verängstigt, bricht spontan in Tränen aus. Ein 27-jähriger Bulgare, der offenbar versucht hatte, die beiden in dem Bordell arbeitenden Frauen zu beschützen, wurde bei dem Angriff mit einem Messer am rechten Bein verletzt (wir berichteten).

Wie die AZ jetzt erfuhr, waren die drei Täter, die sich gewaltsam Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafft haben, nicht allein. Draußen auf der Straße standen noch sechs bis sieben weitere Männer Spalier. „Wo sie die Autos geparkt haben, weiß ich nicht. Ich habe keine gesehen. Auch keine Autonummern. Es kommen ja so viele Idioten hier her“, schluchzt die Bulgarin aus der offenen Bordelltür.

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Von Kai Zuber

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