Tarek Chahed, der Neue beim 1. FC Magdeburg, und seine Freundin Anna Meineke blicken in eine sportliche Zukunft

Profi-Fußballer fühlt sich in Salzwedel wohl

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Anna Meineke zeigt Tarek Chahed ihre Heimatstadt Salzwedel. Die beiden Leistungssportler bleiben ihrer Leidenschaft auch nach dem Abitur treu – er als Profi-Fußballer beim 1. FC Magdeburg, sie als Handballerin beim HSV. In Salzwedel sind beide immer wieder gern.

ds Magdeburg / Salzwedel. „Die Stadt ist so süß“, schwärmt Tarek Chahed, der Neue beim 1. FC Magdeburg.

Der 18-jährige Fußballer hat einen Bezug zu der idyllischen Hansestadt im Norden des Landes, denn wenn es seine Zeit erlaubt, ist er mit seiner Freundin Anna Meineke (18) in Salzwedel. Die Handballerin war vor gut sechseinhalb Jahren an die „Eliteschule des Sports“ in die Landeshauptstadt gewechselt. Sie und Tarek stehen nunmehr kurz vor dem Abitur.

Profivertrag für den U19-Kapitän

Chahed ist seit Sommer 2013 an der Sportschule, spielte vorher bei Hertha 03 in Berlin-Zehlendorf. Er absolvierte ein Probetraining in Magdeburg – und blieb. In der FCM-U19-Regionalliga machte sich der gebürtige Berliner einen Namen, fungierte als Kapitän, und hat jetzt den Profivertrag für das FCM-Regionalliga-Team in der Tasche. Seine Trainer schätzen insbesondere Chaheds Vielseitigkeit und seinen Ehrgeiz. Der 18-Jährige ist ein Allrounder, zurzeit sieht man ihn im offensiven Mittelfeld. Befragt nach den Aufstiegschancen in die dritte Liga, hält sich Chahed (noch) bedeckt: „Alles ist möglich“, sagt er im AZ-Interview. „Die Jungs haben gerade eine gute Serie“, spielt er darauf an, dass der FCM bisher in der Rückrunde ungeschlagen ist.

Seine künftige Mannschaft kennt der 18-Jährige bereits, er war mit ihr in Spanien im Trainingslager und in der Hinrunde gegen Hertha BSC II im Kader. „Ein paarmal habe ich auch mit trainiert“, sagt der junge Fußballer, der sich in seinem neuen Team „gut aufgenommen“ fühlt.

„Ich habe mich riesig gefreut“

Tarek Chahed will „hart arbeiten“, um in seiner neuen Mannschaft 1. FC Magdeburg gut zu sein.

Mit sechs Jahren hat Tarek Chahed angefangen, Fußball zu spielen. Sein Idol ist sein Cousin Sofian Chahed, der Profi-Fußballer bei Hertha BSC und Hannover 96 war. Ansonsten bewundert der 18-Jährige Zinédine Zidane, der unter anderem für Real Madrid spielte und von der FIFA dreimal als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet wurde. Für den jungen Chahed war der Wechsel von Berlin nach Magdeburg „eine Riesenumstellung“, insbesondere, was das Training betraf. In Zehlendorf wurde drei bis vier Mal die Woche trainiert, in Magdeburg sechs bis sieben Mal. „Die Trainingsqualität und -bedingungen sind in Magdeburg viel professioneller“, freut sich Chahed, diese Etappe auf dem Weg zum Fußball-Profi gegangen zu sein. „Ich habe mich riesig gefreut, dass der Verein nach der U19 weiter mit mir arbeiten will“, sagt der Noch-18-Jährige der AZ.

Großer Traum erste Bundesliga

Sein größter Traum ist die erste Fußball-Bundesliga. „Ich schaue nicht so weit in die Zukunft“, formuliert der Abiturient vorsichtig, aber „in sechs, sieben Jahren“ will er sich „Schritt für Schritt“ dorthin gearbeitet haben. „Erstmal will und muss ich hart arbeiten, um in dieser Mannschaft gut zu sein“, konzentriert sich Tarek Chahed aktuell nur auf den 1. FCM.

Wenn er in Salzwedel ist, ist Training natürlich auch ein Thema. Tarek Chahed läuft dann im Park des Friedens, er schätzt diese „grüne Oase mitten in der Stadt“, war kürzlich total fasziniert, als er ein Eichhörnchen beobachten konnte. Bei Anna Meineke findet Chahed Verständnis für das harte Training, schließlich ist auch sie Leistungssportlerin. Bis vor einem Jahr spielte Anna in der Jugendhandball-Bundesliga, danach war diese Liga, die in Halle angesiedelt wurde, für sie nicht mehr händelbar.

Von der Leichtathletin zur Handballerin

Anna Meineke hat „nie bereut“, gut sechseinhalb Jahre ihrer Kindheit und Jugend dem Leistungssport gewidmet zu haben.

Anna hat ihr sportliches Rüstzeug in Salzwedel bekommen – in ganz jungen Jahren beim Kinderturnen unter Trainerin Antje Schiel. Schnell wurde klar, dass Annas besondere sportliche Fähigkeiten in der Leichtathletik liegen. Unter Trainerin Barbara Reuleke schaffte Anna als Zehnjährige zwei Altmarkrekorde für den Polizeisportverein (PSV) Salzwedel. Im Juni 2007 sprang sie 4,36 Meter weit und 1,31 Meter hoch – das hatte vor ihr in der ganzen Region noch niemand geschafft. Mit diesen ausgezeichneten Grundlagen absolvierte Anna Meineke die Aufnahmeprüfung für die Sportschule souverän. Dort erkannte man auch ein handballerisches Talent und stellte Anna die Entscheidung frei. Die damals Elfjährige entschied sich für den Teamsport und wurde auf halb rechter Position, später auf Rechtsaußen ausgebildet. Was sie am Handball so schätzt? „Im Teamsport kämpfe ich nicht allein für mich, sondern für ein ganzes Team, Sieg und Niederlage hängen von der Teamleistung ab“, erklärt sie im AZ-Gespräch.

„Ich würde meinen Weg genauso wieder gehen“

Bereut sie, Jahre ihrer Kindheit und Jugend dem Leistungssport gewidmet zu haben? Anna lächelt und sagt entschieden: „Nein, auf gar keinen Fall. Ich habe stattdessen anderes erleben dürfen“, erzählt sie von Siegen, aber auch Niederlagen, vom jährlichen Prager Handballcup, vom Länderpokal, von dem Gefühl, mit ihrer Mannschaft Mitteldeutscher Meister geworden zu sein. „Ich würde meinen Weg genauso wieder gehen“, ist sie überzeugt.

Während Tarek seine nähere Zukunft dem Fußball beim 1. FCM widmet, wird auch Anna dem Leistungssport treu bleiben. Aktuell spielt sie bei den Magdeburger HSV-Frauen, die im Moment beste Chancen haben, in die Mitteldeutsche Oberliga aufzusteigen.

Nach dem Abitur wollen Anna und Tarek vom Sportinternat in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Anna will studieren und ihrem HSV die Treue halten. Nach Salzwedel kommt sie immer wieder gern. Und wenn sie mit ihrem Tarek auf den Wegen rund um die Hansestadt joggt, dann erinnert sie sich daran, dass hier auch ihre sportlichen Wurzeln liegen.

Von David Schröder

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