Pretzierer Bemühungen nach vier Jahren an Desinteresse gescheitert

Bürgerinitiative für mehr Schallschutz macht Schluss

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Der Vorstand der Bürgerinitiative (BI) „Amerikalinie“ wollte seine Arbeit bereits im vergangenen Jahr in andere Hände übergeben. Weil sich trotz vieler Gespräche in den zurückliegenden Monaten niemand fand, wird die BI aller Voraussicht nach aufgelöst.

Pretzier. Das Ende der Pretzierer Bürgerinitiative (BI) „Amerikalinie“ hatte sich lange angedeutet, nun ist die Auflösung des Vereins nur noch eine Formalität. Am 31. Mai sollen die 73 Mitglieder, sofern sie erscheinen, über die Liquidation abstimmen.

Dies teilte Vorstandschef Konrad Bräuer gestern auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mit.

Die BI, die vor vier Jahren noch mit viel Schwung und einer klaren Zielstellung – besserer Schallschutz für Anlieger der Bahnstrecke Stendal-Uelzen im Zuge des zweigleisigen Ausbaus – gestartet war, scheiterte letztendlich unter anderem am erlahmenden Interesse seiner Mitglieder. Zu den Versammlungen kamen bereits im vergangenen Jahr kaum noch Mitstreiter, viele zahlten längst keinen Vereinsbeitrag mehr. Zur letzten Jahreshauptversammlung vor wenigen Wochen kamen lediglich 14 Gemeldete.

„Darüber sind wir enttäuscht“, reflektierte Konrad Bräuer. „Wir hatten vieles in Zielstellung.“

Bräuer und seine Vorstandskollegen Gerd Brandt, Peter und Sylvia Winterhoff erklärten daher 2015 ihren Rücktritt. Marco Schulze wollte als Einziger weitermachen, allerdings nicht allein.

Die langwierige Suche nach Partnern – auch durch den Ortschaftsrat Pretzier – verlief erfolglos. Deshalb soll Ende Mai Schluss sein mit der BI.

Über das Auflösen des Vereins seien sich die Mitglieder bereits einig, berichtet Konrad Bräuer. Während der Jahreshauptversammlung hätten alle 14 Anwesenden dafür stimmten. Weil für so einen Schritt allerdings satzungsbedingt eine 75-Prozent-Mehrheit vonnöten ist, muss das Votum wiederholt werden. Beim zweiten Mal reicht dann die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Die gilt als sicher. Denn: „Keiner will die Arbeit machen“, so Bräuer.

Von Jens Heymann

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