Polizeiobermeister Siegfried Lummitsch verabschiedet sich in den Ruhestand

Seine letzte Streife

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Auf seinem letzten Streifengang wurde Polizeiobermeister Siegfried Lummitsch (r.) von seiner Kollegin Katy Lösche und Revierleiter Sebastian Heutig begleitet. „Es wird nicht einfach sein, Siggi zu ersetzen“, sind sich die Kollegen einig.

Salzwedel. „Man geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es waren schöne, aber auch harte Zeiten“, zieht Polizeiobermeister Siegfried Lummitsch sein Resümee.

Ende nächster Woche heißt es nach dreißig Jahren Dienstzeit für den Regionalbereichsbeamten „Auf Wiedersehen“ und ab in den wohlverdienten Ruhestand.

Der gebürtige Mecklenburger, Jahrgang 1956, lernt bei Erdöl-Erdgas in Stendal. Er heiratet mit 19, wird Vater. Dann verschlägt es ihn zur Armee. „Ich war oben in Berlin an der Ostsee an der Grenze eingesetzt. Gleich zu Beginn viereinhalb Monate von Frau und Kind getrennt, das war keine schöne Zeit“, erzählt der 59-Jährige. Nach anderthalb Jahren kehrt er zurück in die Altmark, arbeitet für einige Zeit im Forstbetrieb und landet 1985 bei den Gruppenposten Diesdorf-Dähre.

„Die Wende war eine unruhige Zeit. Man wusste nicht, wie geht es weiter. Bin ich danach noch Polizist?“, so Lummitsch. Die Kollegen aus dem Westen greifen den Beamten unter die Arme. „Jede Nacht bekamen wir Unterstützung aus Uelzen, Bodenteich und Wittingen.“ 1991 folgt die Verbeamtung. Seit dem 1. September 2014 ist Lummitsch gemeinsam mit Kollegin Katy Lösche im Streifendienst zu Fuß und im Auto unterwegs.

„Siggi ist mit Leib und Seele Polizist“, erzählt seine Streifenpartnerin Katy Lösche. „Und er liebt sein Auto. Ich durfte nie im Streifenwagen essen und dabei liebe ich diese krümmeligen Sandkekse.“ In seinen besten Zeiten war Siegfried Lummitsch fußläufig rund zwölf Kilometer unterwegs: „Vormittags sind wir durch Salzwedel gelaufen, nachmittags ging es dann auf die 49 Dörfer“, so Lummitsch.

Als das Gesicht der Polizei war „Siggi“ das offene Ohr für die Belange, „Wir haben auf den Straßen für Ordnung gesorgt, waren in Schulen und Kindergärten. Wir haben uns einfach um die Leute gekümmert“, fasst Lummitsch zusammen. „Und jetzt kümmere ich mich um meine zwei Enkel und um Haus und Garten.“

Von Katja Lüdemann

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