Feuerwehren trainieren für Ernstfall

Parken vor dem Kulturhaus: „Wir brauchen den Platz“

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Mit geübten Griffen wurde die Zeltstadt vor dem Salzwedeler Kulturhaus aufgebaut.

Salzwedel. „Ist etwas passiert?“, fragte sich so mancher Anwohner und Passant, der am Kulturhaus vorbeiging. Mehrere Feuerwehren bauten dort moderne Ausrüstung auf. Dabei handelte es sich um Training für den Ernstfall. Der Platz wurde nicht ohne Grund ausgewählt.

Denn immer wieder kocht kommunalpolitisch die Diskussion um ein mögliches Parken vor dem Kulturhaus hoch. Als Argument wird unter anderem ins Feld geführt, dass ansonsten der Fußweg zu weit wäre.

Alleine die Zelte, die bei einem so genannten „Massenanfall von Verletzten“ nötig wären, nehmen eine Menge Platz ein. Hinzu kämen dann noch mehrere Rettungswagen, Polizeieinheiten sowie weitere Feuerwehrfahrzeuge.

„Wir brauchen den Platz“, unterstrich Mario Müller, Chef der Salzwedeler Feuerwehr am Sonnabend erneut unmissverständlich. Er hatte vor einigen Monaten bereits im Verkehrsausschuss zu dem Thema gesprochen. Sollte ein Unglück im Kulturhaus passieren und Besucher verletzt werden, brauchen die Rettungskräfte Platz. Dies bewiesen die Feuerwehren aus Salzwedel, Lan- genapel, Pretzier, Binde und Mieste. Sie gingen am Sonnabend von einem Brand im Bühnenbereich aus. „In diesem Fall würden die meisten wohl durch den Haupteingang flüchten“, beschrieb Mario Müller. Direkt davor befindet sich der Platz. Beim „Massenanfall von Verletzten“ gilt es, mehrere Zelte aufzubauen. Diese sind so konzipiert, dass zum Beispiel die Stangen die gleichen Längen haben und somit ein schneller Aufbau möglich wird.

„Bei einem Ernstfall würden hier natürlich viele Menschen herumlaufen, darum sollte jeder Handgriff sitzen“, so der Ortswehrleiter. Diese Zelte werden mit Schildern versehen. Darin können dann Patienten mit verschiedenen Verletzungsgraden betreut werden. Zudem gibt es einen Eingangsbereich, in dem festgestellt wird, was den Betroffenen fehlt. Dies gilt es auf speziellen Karten zu vermerken.

Darüber hinaus muss damit gerechnet werden, dass weitere Fahrzeuge Platz brauchen. Dazu gehört die Drehleiter zur Brandbekämpfung. Außerdem würden mehrere Notarzt- und Rettungswagen sowie die Polizei vor Ort sein, so dass der Platz alleine nicht mehr genügt. Die Straße müsste gesperrt werden. „Wir reden hier übrigens nicht nur über einen möglichen Einsatz im Kulturhaus. Der Vorplatz wäre auch wichtig, wenn im angrenzenden Wohngebiet Friedensring oder in der Innenstadt etwas passiert“, unterstrich Mario Müller. Feuerwehrleute pflichteten ihm bei und machten am Sonnabend keinen Hehl daraus, dass sie sich ein Ende der Diskussion um ein mögliches Parken vor dem Kulturhaus wünschen.

Von Christian Ziems

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