Kollwitz-Halle kann am 8. Oktober besichtigt werden – einen Tag später kommen die Asylsuchenden

Altmarkkreis Salzwedel: Notunterkunft für maximal 120 Flüchtlinge

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Bauzäune mit Planen teilen die Kollwitz-Halle in Vier-Personen-Areale, um ein wenig Privatsphäre zu schaffen.

hob Salzwedel. Mit Stand Montagfrüh waren genau 700 Asylsuchende im Altmarkkreis Salzwedel. An diesem Tag kamen hier 50 Männer, Frauen und Kinder an. Für Freitag sind noch einmal 30 avisiert. „Wir bekommen vorwiegend Familien“, sagt Dezernatsleiter Hans Thiele.

Er ist beim Kreis für die Flüchtlinge verantwortlich und lässt zurzeit die Käthe-Kollwitz-Turnhalle in Salzwedel als Notunterkunft umrüsten.

Maximal 120 Asylsuchende sollen dort untergebracht werden. Möglichst kurzzeitig. Thiele rechnet mit höchstens zwei bis drei Wochen. So schafft er Vorlauf, um Wohnungen anzumieten, umzubauen und mit Möbeln auszustatten, in die die Flüchtlinge dann umziehen sollen.

Der Dezernent plant, dass die Kollwitz-Halle längere Zeit als Notunterkunft genutzt werden muss. Entsprechend lässt er das Gebäude ausstatten. Bauzäune, die mit Planen verkleidet werden, grenzen kleine Karrees ab. Diese werden mit je zwei Doppelstockbetten, zwei verschließbaren Blechschränken, einem Tisch und vier Stühlen ausgestattet.

Ein Problem ist noch die Hallenbeleuchtung. „Wenn diese eingeschaltet ist, kann niemand schlafen. Wenn sie aus ist, ist es zappenduster“, macht Thiele deutlich. Deshalb lässt er ringsum an den Wänden eine Notbeleuchtung installieren.

Zudem werden CO2-Warnmelder installiert. Im Winter können die Fenster nicht geöffnet werden, ohne die Halle auszukühlen. Und wenn die Lüftung auf höchster Stufe läuft, kann niemand mehr schlafen, erläutert Hans Thiele. Auch an eine Steckdosenleiste hat er gedacht. Dort können die Asylbewerber 30 bis 40 Handys gleichzeitig aufladen und haben ihre Smartphones dabei im Blick. Denn gleich daneben ist auf etwa einem Viertel der Turnhalle ein Speise- und Aufenthaltsareal geplant. Thiele will dort Bierzeltgarnituren aufstellen lassen. Wiederum daneben befindet sich die Essenausgabe. Ein Caterer liefert morgens, mittags und abends abgepackte Verpflegung. „Wir können dort nicht selbst kochen“, macht der Dezernent deutlich. Aber es gibt mehrere Kühlschränke. In einem ehemaligen Geräteraum wird ein Kinderspielzimmer eingerichtet und neben dem Eingangsbereich, in dem immer eine Wache sein wird, lässt der Dezernent einen Fernsehraum ausstatten. Auch eine Teeküche wird es geben. Thiele: „Wir versuchen, alles so kostengünstig wie möglich zu halten – aber ein gewisser Standard muss sein.“ Dazu gehört auch, dass zusätzlich zu den Sanitärräumen noch ein Toilettencontainer vor der Halle aufgestellt wird.

Im Haus sind noch verschiedenen Lagerräume für den Tausch von Bettwäsche und Handtüchern vorgesehen sowie ein Büro für die Ausländerbeauftragte. Zu den drei Sozialpädagoginnen, die sich im Kreis um die Flüchtlinge kümmern, wird noch eine vierte eingestellt, so Thiele. Diese soll sich um die Asylsuchenden in der Turnhalle kümmern und ab März, wenn die benachbarte Käthe-Kollwitz-Schule für 170 Flüchtlinge umgebaut ist, dort ihr Wirkungsfeld finden.

Am 8. Oktober ist für den Nachmittag erst einmal ein Tag der offenen Tür in der Turnhalle geplant. Da können sich die Salzwedeler die Notunterkunft ansehen. Die ersten Asylsuchenden sollen dort einen Tag später einziehen.

Von Holger Benecke

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